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Pflanzenschutz

Verbraucher- und Umweltschutz berücksichtigen

Lilienhähnchen Neues Fenster: Bild - Lilienhähnchen - vergrößern © MIL

Aufgabe des Pflanzenschutzes ist es, Kulturpflanzen vor Krankheiten, tierischen Schaderregern und anderen Schadursachen wie zum Beispiel Unkräutern zu schützen. Dies geschieht durch den Einsatz chemischer Pflanzenschutzmittel aber auch durch alternative Verfahren und vorbeugende Maßnahmen.

Menschen, Tiere und die Umwelt dürfen durch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nicht gefährdet werden. Deshalb sind Pflanzenschutzmaßnahmen nur nach den Grundsätzen der "Guten fachlichen Praxis" und unter Berücksichtigung des integrierten Pflanzenschutzes durchzuführen.

Ein zielgerichteter Einsatz von Pflanzenschutzmitteln hilft Erträge zu sichern, hochwertige Lebens- und Futtermittel zu produzieren und dabei die Anforderungen des Umweltschutzes zu erfüllen.

Pflanzenschutzgesetz und Pflanzenschutzdienste

Für die Einhaltung dieser Grundsätze sorgen zahlreiche rechtliche Regelungen auf EU-, Bundes- und Landesebene. In Deutschland sind die wichtigsten Vorschriften zur Anwendung und Handel von Pflanzenschutzmitteln im Pflanzenschutzgesetz (PflSchG) enthalten. Zuständig für Vollzug und Kontrolle dieser Vorschriften und weiterer Verordnungen sind die Pflanzenschutzdienste der Bundesländer.

Die Aufgaben der Pflanzenschutzdienste beschreibt § 59 des PflSchG. Dazu gehört unter anderen:

  • Überwachung der Pflanzenbestände auf das Auftreten von Schadorganismen
  • Überwachung des Beförderns, des Lagerns, der Einfuhr und der Ausfuhr von Pflanzen, Pflanzenerzeugnissen und Kultursubstraten
  • Beratung, Aufklärung und Schulung auf dem Gebiet des Pflanzenschutzes
  • Berichterstattung über das Auftreten und die Verbreitung von Schadorganismen
  • Prüfung von Pflanzenschutzmitteln, Pflanzenschutzgeräten, Verfahren des Pflanzenschutzes, der Resistenz von Pflanzenarten sowie die Mitwirkung beim Schließen von Bekämpfungslücken

In Brandenburg werden diese Aufgaben durch den Pflanzenschutzdienst des Landesamtes für Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Flurneuordnung (LELF) wahrgenommen.

Kontrollen im Pflanzenschutz, Cross Compliance

Die Gewährung von EU-Fördermaßnahmen ist an die Erfüllung bestimmter Verpflichtungen in den Gebieten Umwelt, Tierschutz und Gesundheitsschutz gebunden (Cross Compliance). Dazu zählen auch Verpflichtungen im Bereich Pflanzenschutz. Ihre Einhaltung wird kontrolliert und bei der Feststellung von Verstößen mit Kürzungen von EU-Fördergeldern geahndet.

PflanzenschutztechnikPflanzenschutztechnik © MILAnforderungen, die sich darüber hinaus aus dem nationalen Pflanzenschutzrecht ergeben, werden im Rahmen sogenannter Fachrechtskontrollen durch die zuständigen Behörden der Länder kontrolliert. Ein Bestandteil der Fachrechtskontrollen ist das „Pflanzenschutz-Kontrollprogramm“. Dabei handelt es sich um ein länderübergreifendes Programm zur Überwachung der pflanzenschutzrechtlichen Vorschriften. Kontrolliert werden unter anderen Handelseinrichtungen, landwirtschaftliche Betriebe aber auch die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln auf befestigten Freilandflächen. Die Kontrollergebnisse aller Bundesländer werden jährlich durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) zusammengefasst und in einem Jahresbericht veröffentlicht.

Pflanzengesundheit

Pflanzengesundheitliche Maßnahmen und Regelungen dienen dazu, das Einschleppen und die Verbreitung von Schadorganismen und Pflanzenkrankheiten zu verhindern. Pflanzen und andere Materialien, die importiert oder exportiert werden, sollten frei von Quarantäneschadorganismen und anderen qualitätsmindernden Krankheiten und Schädlingen sein.

Die Zuständigkeit für pflanzengesundheitliche Maßnahmen und Kontrollen liegt in Deutschland bei den Pflanzenschutzdiensten der Länder. Alle entsprechenden Maßnahmen und Kontrollen bei Einfuhr von Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen und deren Produktion und Handel innerhalb der EU werden in Brandenburg durch den Pflanzenschutzdienst des LELF durchgeführt.

Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP)

Logo: ISIP – das Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion © ISIP LogoMit Wirkung ab Januar 2006 ist das Land Brandenburg Mitglied im Verein "Informationssystem Integrierte Pflanzenproduktion (ISIP)". Mit ISIP besteht die Möglichkeit ein Portal den Landwirten und Gärtnern zur Verfügung zu stellen, das Informationen über den Pflanzenschutzwarndienst hinaus konzentriert anbieten kann. Die Förderung der Beratung in der Landwirtschaft zur Unterstützung des Umwelt- und Landschaftsschutzes, insbesondere bei der Pflanzenproduktion, aber auch in anderen Bereichen der Landwirtschaft ist satzungsgemäßer Zweck des Vereins. In diesem Sinne bietet das Portal für alle Brandenburger Landwirte, die Direktzahlungen und andere Beihilfen erhalten und eine landwirtschaftliche Fläche bewirtschaften Informationen zu folgenden Themen:

  • Pflanzenschutzinformation Feldbau, Haus- und Kleingarten, Obst-, Gemüse- und Zierpflanzenbau, Baumschulen, Landschaftsgärtnerei und Öffentliches Grün
  • Informationen zu Grünland- und Futterwirtschaft, Acker- und Pflanzenbau
  • Warndiensthinweise, PSM-Informationen und aktuelle Broschüre
  • Entscheidungshilfen für den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln
  • Felderhebungen über das Schaderregerauftreten zum Erstellen von Handlungs- und Bekämpfungsempfehlungen

ISIP bietet den Vorteil, dass komplexes Fachwissen zusammengetragen, anwenderfreundlich aufbereitet und aktuell regional angeboten wird. ISIP ist ein neutrales Portal mit hoher Interaktivität. Der Landwirt kann eigene schlagwortbezogene Daten mit regionalen Schaderregerbefallserhebungen des LELF, Witterungsdaten des Deutsche Wetterdienstes (DWD) und Standardprognoseempfehlungen verknüpfen.

Mohnblume © MIL

Weiterführende Beiträge:

  • Zum Umgang mit Kreuzkräutern

    Broschüre veröffentlicht

    Deckblatt Broschüre Umgang mit Kreukräutern Neues Fenster: Bild - DECKBLATT Broschüre Umgang mit Kreukräutern - vergrößern © MLUL

    Was bei den einen Frühlingsgefühle weckt, bedeutet für andere das Läuten der Alarmglocke: Die zahlreichen gelb blühenden Pflanzen auf Brandenburgs Wiesen und Weiden und am Wegesrand gehören oft zur Gattung der Kreuzkräuter. Die können manchmal zum Problem werden. Mit der aktuellen Publikation „Umgang mit Kreuzkräutern“ informiert das Brandenburger Agrar- und Umweltministerium über das Auftreten von Kreuzkräutern und über Wege, um deren Verbreitung einzuschränken.

  • Die Bekämpfung der Beifußblättrigen Ambrosie auf landwirtschaftlichen Flächen

    Handlungsempfehlungen

    Deckblatt Broschüre Ambrosia Neues Fenster: Bild - Deckblatt Broschüre Ambrosia - vergrößern © MLUL

    Die Beifußblättrige Ambrosie sorgt seit einigen Jahren immer wieder für Schlagzeilen. Im Vordergrund steht dabei das hohe allergene Potenzial ihrer Pollen und das damit verbundene gesundheitliche Risiko. Breitet sich die Pflanze in Größenordnungen auf Ackerflächen aus, kann sie auch zum gefürchteten Unkraut werden.