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Brandenburg ist auch Obstland

Tradition und wirtschaftliches Potential

Obstbäume Neues Fenster: Bild - Obstbäume - vergrößern Obstbäume © MLUL

Auf eine Jahrhunderte alte Tradition des Obstanbaus kann im Land Brandenburg zurückgeblickt werden. Lückenlos kann diese Tradition bis auf Friedrich den Großen zurückverfolgt werden. Dies spricht für die guten natürlichen Standortbedingungen für den Obstbau im Land.

In vielen Gärten, Alleen und in der Feldflur sind auch heute noch sehr alte Obstsorten zu finden, die sehr gute geschmackliche Eigenschaften aufweisen. Aber nicht nur die alten Sorten sollen erhalten werden. Vielmehr gelingt es mit dem heutigen Entwicklungsstand, dem Wissen und dem Können der Züchter, nicht nur neue marktfähige Sorten zu züchten, sondern auch alte Sorten wieder zu aktivieren.

Die historische Entwicklung des Obstanbaus lässt erkennen, wie sich im Wechsel zwischen Irrtum und Wahrheit allmählich unsere heutigen Auffassungen über die Baumform, den Schnitt, die Düngung und den Pflanzenschutz herausgebildet haben. Ständig werden neue Erkenntnissee gewonnen, um die Bedeutung der Sorte für Ertragshöhe und Ertragssicherheit besser einzuschätzen. Andererseits besteht die Gefahr, hinsichtlich der Sorten zu verarmen.

Grundsätzlich ist anzumerken, dass der Obstanbau immer den klimatischen Besonderheiten eines Jahres unterworfen ist. 

Ständiger Wandel auch im Obstanbau

Wie das Amt für Statistik Berlin- Brandenburg im September mitteilte, bewirtschaften Brandenburger Obstbauern 2017 eine Baumobstfläche von insgesamt 1.545 Hektar. Der Apfelanbau stellt mit einer Anbaufläche von 873 Hektar auch 2017 die dominierende Obstart im Land Brandenburg dar.

ApfelauslageApfelauslage © MLUL

Auf über der Hälfte der Baumobstfläche wachsen Apfelbäume. Tendenziell gesehen verringerte sich die Apfel- Anbaufläche jedoch immer weiter (2002: 1.484 Hektar; 2007: 1.197 Hektar und 2012: 1.131 Hektar). Bei den Tafeläpfeln bestimmen die Sorten Elstar (14,5 Prozent) und Pinova (13,0 Prozent) den Anbau, gefolgt von Jonagold (9,0 Prozent), Gala (8,5 Prozent) sowie von Idared (7,6 Prozent). Die Hauptanbaugebiete für Äpfel befinden sich in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark, Märkisch-Oderland sowie in der kreisfreien Stadt Frankfurt (Oder).

SüßkirschenSüßkirschen © MLULAuf 30 Prozent der Brandenburger Baumobstfläche wurden 2017 Süß- und Sauerkirschen gepflückt. Süßkirschen nahmen dabei 381 Hektar und Sauerkirschen 83 Hektar der Fläche ein. Pflaumen und Zwetschen wachsen auf 7 Prozent (114 Hektar) der Baumobstfläche. Sie werden zu 91 Prozent als Tafelobst verwertet. In vergleichsweise geringem Umfang werden Birnen, aber auch Walnüsse, Aprikosen, Pfirsiche und Quitten angebaut. Fast ein Viertel der Baumobstfläche (24 Prozent) unterliegt der ökologischen Bewirtschaftung. Auch hier ist der Apfelanbau mit einer Fläche von 232 Hektar bestimmend.

Anbauflächen im Obstbau (ha) 2014 - 2017
Nutzungsart 2014 2015 2016 2017
Baumobst
Äpfel 908 837 809 873
Birnen 39 39 39 49
Süßkirschen 459 431 387 381
Sauerkirschen 103 82 73 83
Pflaumen / Zwetschen 117 115 113 114
Summe Nutzungsart 1.626 1.504 1.421 1.500
Beerenobst
Erdbeeren (Freiland im Ertrag) 405 418 400 484
Sanddorn 338 360 352 370
Heidelbeeren 118 166 239 280

Beerenobst, wie Heidelbeere (280 Hektar) und Sanddorn (370 Hektar) gewinnen zunehmend an Bedeutung. Die Anbauzahlen sind vielversprechend. Sie steigen kontinuierlich an und verdeutlichen einen entsprechenden Absatzmarkt.

Der intensive Obstanbau hat über viele Jahre einen hohen Stand erreicht. Jetzt geht es weiter darum, die Belange der Obstproduktion noch stärker mit den ökologischen und umweltpolitischen Anforderungen sowie den wirtschaftlichen Aspekten in Übereinstimmung zu bringen sind. Neupflanzungen und Umveredlungen beweisen, dass auch unter brandenburgischen Bedingungen eine wettbewerbsfähige Produktion entwickelt werden kann.

Der Obstanbau als tragender Wirtschaftszweig

Eine besonders wichtige Rolle spielt der Obstbauer als Teil des Gartenbaus in der gegenwärtigen arbeitsmarktpolitischen Situation. Diese Branche ermöglicht ein weiteres Wachstum in der Produktion und schafft durch seine arbeitskraftintensive Wirtschaftsweise neue Arbeitsplätze. Der Anteil des Gartenbaus an der Wertschöpfung in der pflanzlichen Produktion Brandenburgs liegt bei rund 20 Prozent. Das unterstreicht die hohe Bedeutung des Gartenbaus im Land Brandenburg. Ziel des Erwerbsobstanbaus ist es, alle Phasen der Produktionsverfahren optimal aufeinander abzustimmen, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu steigern. Durch standortangepasste und umweltschonende Arbeitsverfahren sind bei vermindertem Aufwand an Betriebsmitteln eine höhere innere und äußere Qualität des Erntegutes möglich. 

Ursachen sinkender Erträge

Obstplantage © MLULUrsachen sind unter anderen die klimatischen Besonderheiten eines Jahres, die Spätfröste im Frühjahr, die ungünstigen Niederschlagsverteilungen in den Regionen aber auch Sturm- und Hagelschäden. Aber geringe Ernteerträge können auf sehr unterschiedliche Ursachen zurückgeführt werden.

Mangelnde Pflege, Vernachlässigung von Düngung, Pflanzenschutz und Schnitt sind Aspekte, die zum Beispiel Schädlingen eine bessere Angriffsfläche bieten und die Winterfrosthärte der Gehölze schwächen. Die Widerstandskraft der Gehölze kann darunter leiden.

Eine Grundregel des Obstanbaus ist, die Erkenntnisse und Erfahrungen der guten fachlichen Praxis umzusetzen. Aber Strukturänderungen im Obstbau sind ebenso notwendig, weil nur Qualitäts- und Quantitätssteigerung stabile Einkommen sichern. Mit dem Erlös sind dann wiederum die notwendigen Investitionen für Neuanpflanzungen möglich.

Obstbauanlage © MIL

 

Weiterführende Beiträge:

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    Broschüre veröffentlicht

    Deckblatt Apfelland Brandenburg Neues Fenster: Bild - Deckblatt Apfelland Brandenburg - vergrößern © MLUL

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Anlagen

Sauerkirschanbau © MLUL

Amt für Statistik Berlin-Brandenburg:

Ernteberichterstattung über Obst im Marktobstbau im Land Brandenburg (Baumobst)


Kontakt

Referat 36 - Acker- und Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Gartenbau, Düngemittelrecht
Martina Otto
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