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Gartenabfälle gehören nicht in den Wald!

– und warum das so ist ...

Eine Schubkarre mit Gartenabfällen wird im Wald entleert. Neues Fenster: Bild - Gartenabfälle – Schubkarre - vergrößern © MLUL, Walter

Das Verschmutzen des Waldes ist verboten und kann mit einem Bußgeld von bis zu 20.000 Euro geahndet werden. So steht es im § 37 des Waldgesetzes – aber wieso schaden Rasenschnitt, Zweige, Laub, verwelkte Blumen oder ausgezupftes Unkraut dem Wald ?

 

Der Wald ist ein komplexes Ökosystem

Der Wald ist ein komplexes und fein aufeinander abgestimmtes Ökosystem. Neben den Bäumen gehören dazu auch viele andere Pflanzen- und Tierarten, sie alle können nur existieren, wenn ganz bestimmte Ansprüche an Boden, Licht und Wasser erfüllt sind. Jeder Stoff, der an dieser Stelle nicht natürlich ( oder nicht in dieser Menge) vorkommt, greift in die Lebensbedingungen des Ökosystems ein und kann diese so stark verändern, dass der Wald stirbt oder zumindest stark geschädigt wird. Beispielsweise kann schon ein Laubhaufen aus dem heimischen Garten ausreichen, um das empfindliche Gleichgewicht des Ökosystems Wald zu (zer)stören:

Gartenabfälle verändern den Bodenzustand

Ein Gartenbaum oder andere Gartenpflanzen haben in der Regel viele Nährstoffe, ggf. auch Pflanzenschutzmittel über die Wurzeln aufgenommen und in den Blättern gespeichert. Fällt das Laub im Herbst zu Boden, mischt es sich zusätzlich mit den Samen von Gartenpflanzen und Kräutern, die in der freien Natur nicht vorkommen. Außerdem können auf diesem Laub auch Pilze, Bakterien und Insekten vorhanden sein. Auch wenn es sich um Pflanzen und (Kleinst)Lebewesen handelt: Wenn sie in das Ökosystem Wald gelangen, können sie dessen Gleichgewicht empfindlich stören, den Bodenzustand und den Lebensraum der natürlich vorkommenden Pflanzen und Tiere verändern. Sichtbare Folgen sind absterbende Bäume und die Ausbreitung von Kulturpflanzen. Durch die eingeschleppten tierischen und pflanzlichen Schädlinge verschwinden nach und nach die typischen Waldbewohner. Die abgelagerten Gartenabfälle führen zu massiven Nährstoffanreicherungen, die das vorhandene Ökosystem nicht aufnehmen kann. Überschüssige Nährstoffe können z. B. als Nitrat in das Grundwasser gelangen und so unser Trinkwasser verunreinigen.

Schild des Landesbetriebs Forst Brandenburg zum Abladen von Grünabfällen © LFBGartenabfälle verschandeln den Wald

Gartenabfälle, die in Wald und Flur abgelagert werden, verunstalten auch die Landschaft und verderben allen Erholungssuchenden das Vergnügen. Vor allem werden die abgelagerten Gartenabfälle schnell mehr: Wo erst einmal Abfälle liegen, denken andere, dass sie auch etwas dazulegen dürfen – so entsteht schnell eine große illegale Ablagerung. Unter Umständen kann die Zersetzung der Gartenabfälle zu starken Hitzeentwicklungen führen und infolgedessen bei trockener Witterung Waldbrände auslösen.

Kompostierung im eigenen Garten

Gartenabfälle wie Laub, Rasen-, Strauch- und Gehölzschnitt können, wenn sie fachgerecht kompostiert werden, im eigenen Garten viel Gutes bewirken. Durch das Kompostieren entsteht neue Erde – das spart chemische Dünger und erhält wertvolle Ressourcen. Kleine Laubhaufen bieten Igeln und Insekten ein kuscheliges Winternest und als Mulchschicht versorgt das Laub Stauden und Sträucher mit Nahrung und unterdrückt das Unkrautwachstum.

Pflanzliche Abfälle aus Gärten dem öffentlich-rechtlichen Abfallentsorger überlassen

Unabhängig von, aber auch neben der eigenen Kompostierung bieten die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger (Landkreise, kreisfreie Städte, Abfallzweckverbände) ausreichende Möglichkeiten zur Grünabfallentsorgung wie die Sammlung über Laubsack, Biotonne oder Wertstoffhöfe. Denn auch das steht im Gesetz: Pflanzliche Abfälle aus privaten Haushalten müssen dem öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger überlassen werden, wenn sie nicht auf dem Grundstück auf dem sie angefallen sind, verwertet werden können!

Die Adressen der öffentlich-rerchtlichen Entsorgungsträger finden Sie in der rechten Textbox Externer Link.

 



Kontakt

Referat 35 - Wald und Forstwirtschaft, Oberste Jagdbehörde
Michael Walter
E-Mail an Michael Walter
Tel.: 0331-866-7644
Fax: 0331-866-7603