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Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse

Gemeinsam wirtschaften in Brandenburg

Waldgrenze Neues Fenster: Bild - Waldgrenze - vergrößern © MLUL

Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sind als forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse entsprechend dem Gesetz zur Erhaltung des Waldes und zur Förderung der Forstwirtschaft (Bundeswaldgesetz) eine Organisationsform freiwilliger privatrechtlicher Zusammenschlüsse von Waldbesitzern.

Durch den Zusammenschluss sollen mögliche Nachteile bei der Bewirtschaftung von kleinflächigem Waldeigentum vermindert werden. Die Entscheidungsfreiheit und die Zugriffsmöglichkeiten des Besitzers auf seinen Wald werden grundsätzlich nicht eingeschränkt.

Eine FBG wird von der obersten Forstbehörde, in Brandenburg das Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft, anerkannt. Sie kann staatliche Zuwendungen erhalten. Sie bietet gegenüber anderen Rechtsformen wie Genossenschaften oder Kapitalgesellschaften steuerliche und abrechnungstechnische Vorteile. Die Zusammenarbeit erfolgt nach den Grundsätzen der Selbstverantwortung und nach den Regeln demokratischer Willensbildung.

Die Ausrichtung des Zusammenschlusses erfolgt nach den Zielen und Bedürfnissen der Mitglieder. Die Mitglieder sollen sich am Gemeinschaftsgeschehen aktiv beteiligen, ihre Rechte und Pflichten wahrnehmen und die Entwicklung der forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse mitgestalten. Dazu werden sie durch den Vorstand und die Geschäftsführung des Zusammenschlusses umfassend und verständlich informiert. Vorstand und Geschäftsführung tragen eine hohe Verantwortung für den wirtschaftlichen Erfolg.

Arten forstwirtschaftlicher Zusammenschlüsse in Brandenburg

Zur besseren Abgrenzung nach der Art und Weise der Bewirtschaftung wird für die FBG in Brandenburg die Bezeichnung Waldverein und Waldgemeinschaft benutzt. Sie unterscheiden sich nach der in der Satzung festgelegten Ziel- bzw. Aufgabenstellung. Eine strikte Trennung beider Zusammenschlussformen ist in der Praxis häufig nicht möglich, durch die Satzungen können „Mischformen“ beider Zusammenschlussformen gebildet werden.

Waldverein (Dienstleistungszusammenschluss)

Die Zusammenschlussform „Waldverein“ ist die in den westlichen Bundesländern verbreitetste Zusammenschlussform. Allerdings existiert sie dort in der Regel unter der Bezeichnung „Forstbetriebsgemeinschaft“. Mit der Bezeichnung „Waldverein“ ist sie auch im Land Brandenburg von großer Bedeutung. Der Waldverein zeichnet sich dadurch aus, dass eine parzellenscharfe Bewirtschaftung nach Fläche und Eigentümer möglich ist und die dem Waldverein angeschlossenen Grundstücke somit in der Natur auffindbar sein müssen. Dies bedeutet wiederum, dass die äußeren Grenzen der Waldflächen klar erkennbar (im Idealfall durch Grenzsteine) sein müssen. Die Bewirtschaftung erfolgt parzellenscharf bezogen auf den Eigentümer. Er trägt die Kosten und empfängt die Erlöse für alle auf seiner Waldfläche durchgeführten Maßnahmen. Da in vielen Fällen diese Kriterien aber nicht erfüllt werden, wird auf die nachstehende Zusammenschlussform „Waldgemeinschaft“ verwiesen.

Waldgemeinschaft (Bewirtschaftungszusammenschluss)

Alternativ besteht die Möglichkeit, sogenannte Waldgemeinschaften zu gründen. Sie sind rechtlich gesehen ebenfalls FBG, d. h., dass sie nach gleichen gesetzlichen Kriterien anerkannt werden. Während beim Waldverein parzellenscharf gewirtschaftet wird (s. o.), wird bei einer Waldgemeinschaft eine gemeinsame grenzübergreifende Bewirtschaftung der Gesamtfläche vorgenommen. Die Gewinnausschüttung bzw. Kostenaufteilung an die einzelnen Waldbesitzer erfolgt nach den flächenmäßigen Anteilen, die in die Waldgemeinschaft eingebracht wurden.

Bildung von Forstwirtschaftlichen Zusammenschlüssen seit 1992

Bereits 1992 wurden in Brandenburg die ersten forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse gebildet. Bis 1994 hatten sich 11.489 Waldbesitzer, die über 62.732 ha Wald verfügten, in 260 FBG zusammengeschlossen. Die Landesforstverwaltung war in diesem Prozess in hohem Maße beratend, unterstützend und fördernd eingebunden In den folgenden Jahren hielt die intensive Gründungstätigkeit an, so dass am Ende des Jahres 1998 20.769 Besitzer mit 125.928 ha Waldfläche in 425 FBG organisiert waren.

Bis zum Ende des Jahres 2011 verringerte sich die Anzahl der FBG auf 336 und die Zahl der Mitglieder auf 19.695. Die Fläche vergrößerte sich auf 167.987 ha. Diese Entwicklung deutet an, dass die aus Rationalisierungsgründen dringend notwendige Strukturveränderung (rationelle Betriebsgröße) weiter betrieben wird und außerdem die beabsichtigte „Kondensationskernwirkung“ der bestehenden FBG vorhanden ist. Dieser Prozess sollte sich fortsetzen, weil mit der Betriebsflächenvergrößerung Vorteile für die Konzentration und höhere Flexibilität des Liefer- und Leistungsangebots sowie für eine Verringerung der Kosten verbunden sind.

Weiterführende Beiträge:

  • Entwicklung der FBG in Brandenburg

    Gemeinsam verwalten und bewirtschaften

    Neues Fenster: Bild - Karte Waldeigentum - vergrößern © MLUL

    Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) sind privatrechtliche Zusammenschlüsse von Grundbesitzern, die den Zweck verfolgen, die Bewirtschaftung der Waldflächen zu verbessern und Nachteile von geringer Flächengröße, Besitzzersplitterung, Gemengelage oder anderer Strukturmängel zu überwinden.

Anlagen

Holz am Wegerand © MLUL
  • Mustersatzung für Forstwirtschaftliche Vereinigung (FWV) als PDF [108 KB] oder Word-Datei [60 KB]

  • Mustersatzung für Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) Variante - Waldgemeinschaft als PDF [108 KB] oder Word-Datei [60 KB]

  • Mustersatzung für Forstbetriebsgemeinschaften (FBG) Variante - Waldverein als PDF [14 KB] oder Word-Datei [56 KB]


Externer Link

Baumstapel © MLUL

Landesbetrieb Forst Brandenburg (LFB)


Kontakt

Referat 35 - Wald und Forstwirtschaft, Oberste Jagdbehörde
Martina Böhme
E-Mail an Martina Böhme
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Fax: 0331-866-7603