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Trinkwasserversorgung

Die öffentliche Trinkwasserversorgung erfolgt im Land Brandenburg in Verantwortung der Kommunen und kreisfreien Städte. Sie können entsprechende Zweckverbände bilden und Unternehmen unterschiedlicher Rechtsform mit der Durchführung der Wasserversorgung beauftragen.

Brandenburgs Wasserversorgung ist entsprechend der Besiedlung durch eine dezentrale Struktur gekennzeichnet. Eine große Anzahl von Wasserwerken verteilt das Trinkwasser in sogenannte Versorgungsgebiete, die häufig über die Grenzen einzelner Gemeinden hinausreichen.

Anschlussgrad

Von den 2.541.950 Einwohnern, die im Jahr 2007 im Land Brandenburg lebten, waren 98,6 Prozent an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Im europaweiten Vergleich liegt Brandenburg damit in der Spitzengruppe, noch vor Ländern wie z. B. Norwegen, Belgien oder Schweden. In der folgenden Tabelle wird eine Übersicht über die Entwicklung des Anschlussgrades in den Landkreisen und kreisfreien Städten seit 1991 gegeben (Quelle: Amt für Statistik Berlin Brandenburg).

Landkreis bzw. kreisfreie Stadt199119951998200120042007
(Prozent)
Brandenburg an der Havel 99,5 99,9 98,9 98,7 98,4 98,7
Cottbus 100,0 99,4 100,0 100,0 100,0 100,0
Frankfurt (Oder) 100,0 99,9 99,9 99,9 99,9 99,9
Potsdam 100,0 99,8 99,8 99,9 99,9 99,8
Barnim 92,5 91,9 94,6 96,6 97,6 98,8
Dahme-Spreewald 73,9 80,7 88,4 91,2 92,8 95,6
Elbe-Elster 83,7 95,9 99,6 99,7 99,6 99,6
Havelland 82,0 76,0 96,7 97,5 97,9 98,5
Märkisch-Oderland 91,1 95,0 98,7 99,1 99,3 99,3
Oberhavel 82,6 85,4 94,1 97,6 98,8 98,5
Oberspreewald-Lausitz 97,2 100,0 100,0 100,0 100,0 100,0
Oder-Spree 91,7 94,3 97,7 97,7 98,9 97,7
Ostprignitz-Ruppin 79,9 98,5 96,6 98,1 98,4 98,0
Potsdam-Mittelmark 77,9 87,9 93,5 96,6 97,6 97,5
Prignitz 92,0 96,8 99,3 99,2 99,8 98,7
Spree-Neiße 89,6 97,6 99,6 99,7 99,7 99,8
Teltow-Fläming 81,8 87,7 94,4 95,2 97,0 97,9
Uckermark 93,2 96,9 98,8 98,7 99,1 99,1
Land Brandenburg 88,9 92,9 96,9 97,8 98,4 98,6

Wasserverbrauch

Der Wasserverbrauch je Einwohner aus der öffentlichen Wasserversorgung sank in den zurückliegenden Jahren im Landesdurchschnitt von 143,4 Liter im Jahr 1991 auf 98,4 Liter im Jahr 2007. Insbesondere durch die drastische Preissteigerung ging der Wasserverbrauch Anfang der 1990er Jahre stark zurück. Es wird angenommen, dass die Bevölkerung durch den hohen Preisdruck ihr Wassernutzungsverhalten geändert und in wassersparende Armaturen investiert hat. Außerdem wird davon ausgegangen, dass die Anzahl der Hausbrunnen für die Gartenbewässerung stark zugenommen hat. Dazu liegen jedoch keine belastbaren Statistiken vor. Die amtliche Wasserverbrauchsstatistik für Brandenburg zeigt, dass in den vergangenen achtzehn Jahren enorme Wassereinsparpotentiale durch die Bevölkerung erschlossen worden sind.

Die folgende Abbildung (Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg und Statistisches Bundesamt) verdeutlicht, dass Anfang der 1990er Jahre Brandenburg im bundesweiten Vergleich noch einen überdurchschnittlichen Wasserverbrauch pro Einwohner zu verzeichnen hatte. Gegenwärtig verbrauchen die Brandenburger dagegen ca. 20 Prozent weniger Wasser als der bundesdeutsche Durchschnittsverbraucher.

Fördermittel

Um die technische Infrastruktur der Wasserversorgung zu modernisieren und um den Anschlussgrad zu erhöhen, waren nach 1990 umfangreiche Investitionen notwendig. Das Land stellte für die Förderung von öffentlichen Wasserversorgungsanlagen zwischen 1991 und 2008 insgesamt etwa 273,9 Mio. Euro bereit. Zusammen mit den anteilig von den Wasserversorgungsunternehmen eingesetzten Mitteln entspricht dies einem Investitionsvolumen von rund 609 Mio. Euro. Es ist davon auszugehen, dass auch künftig ohne eine Bereitstellung von Fördermitteln die notwendigen Investitionen vielfach nicht getätigt werden können. Der Schwerpunkt der Förderung im Bereich der Wasserversorgung wird in den nächsten Jahren weiterhin die Sanierung von Wasserwerken und Ortsnetzen sein.

Trinkwasserqualität

Das für Trinkwasser zuständige Ministerium der Justiz für Europa und Verbraucherschutz (MdJEV) stellt für das Land Brandenburg aus den Überwachungsergebnissen der Gesundheitsämter der Landkreise und kreisfreien Städte einen jährlichen Bericht über die Trinkwasserqualität der Wasserversorgungsanlagen, von denen mehr als 5000 Einwohner mit Trinkwasser versorgt oder mehr als 1.000 m3 pro Tag Trinkwasser in das öffentliche Trinkwassernetz abgeben werden, auf. Die Überwachungsergebnisse der oben genannten Wasserversorgungsanlagen weisen für die zurückliegenden Jahre eine gute bis sehr gute Trinkwasserqualität auf. Nur in einzelnen Fällen kam es zu geringfügigen zeitweiligen Überschreitungen der zulässigen Höchstkonzentration bei Indikatorparametern, die aber keine akute Gesundheitsgefährdung der mit diesem Trinkwasser versorgten Bevölkerung darstellten.

Letzte Aktualisierung: 21.03.2018

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MLUL, Abteilung Wasser und Bodenschutz
Referat 23
Dr. René Schenk
Tel.: 0331/ 866 -7348
E-Mail an: Dr. René Schenk