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Das Auerhuhn

Vorkommen

Auerhuhn (© Dr. Klaus)Das Auerhuhn (Tetrao urogallus) ist das "Wappentier" des brandenburgischen Naturparks Niederlausitzer Heidelandschaft. Nur in dieser Region Brandenburgs befinden sich noch Restbestände der letzten deutschen Tieflandpopulation. Da erst wieder in Ostpolen die nächsten Tieflandvorkommen anzutreffen sind, ergibt sich für das Land Brandenburg eine besondere Verantwortung um den Erhalt dieses Auerhuhnvorkommens.

Das Auerhuhn ist europaweit vom Aussterben bedroht. Das Auerhuhn war früher in ganz Europa und im nördlichen Asien verbreitet, von den Pyrenäen bis Ostsibirien und vom Balkan bis zum Polarkreis. Inzwischen gibt es nur noch Restbestände. Die Biotope reichen von der Tiefebene bis zur alpinen Baumgrenze. Die größten Vorkommen gibt es in Skandinavien sowie im nördlichen und östlichen Teil Russlands.

Im späten Mittelalter gab es noch zahlreiche Tiere in Mitteldeutschland. Sie wurden insbesondere für die fürstliche Hofhaltung gehegt und bejagt. Über Auerhahnjagden des sächsischen Kurfürsten in der Liebenwerdaer Amtsheide wird schon im 17. Jahrhundert berichtet. Eine Forstkarte von 1747 verzeichnet vier Auerhahnbalzen in den Liebenwerdaer Revieren Dobra, Hohenleipisch und Gorden. 1765 gab es im Revier Hohenleipisch einen Forstort "Auerhahnbalz". Erst im Verlaufe der letzten 100 Jahre verschlechterte sich die Lebenssituation der Auerhühner.

Lebensweise

"Gut sehen - schlecht riechen"

Das Tier hat einen ausgezeichneten Gesichtssinn - es äugt (sieht) den Menschen auch auf weite Entfernung und flüchtet dann. Da es aber sehr schlecht hört und wittert, lässt es sich gut belauschen, solange kein visueller Kontakt besteht. Lautäußerungen sind das Weinen der Jungen, das Gocken der Hennen (Anlocken der Jungen und der Hähne oder bei Gefahr), der Balzgesang des Auerhahns, das Kröchen (Kampflaut), Blasen (zorniger Zischlaut) und Zwitschern (Klagelaut).

Das Auerhuhn reagiert sehr empfindlich auf Störungen aller Art. Hähne verlassen ihre Balzplätze schon bei geringfügigen Störungen. Küken können von der Mutter getrennt werden und an Unterkühlung zugrunde gehen. Wanderer, Pilz- und Beerensammler, Fotografen und allzu neugierige Beobachter können ein erhebliches Problem sein. Auch Walderschließungen und waldbauliche Maßnahmen, die den Ansprüchen des Auerhuhns nicht Rechnung tragen, gefährden die Tiere.

Auerhühner sind Waldhühner und unterscheiden sich von den anderen Rauhfußhühnern durch einen langen, abgerundeten Schwanz. Der Hahn ist gänsegroß, wiegt 3 bis 6 Kilogramm und hat eine dunkelgraue bis schwarze Grundfärbung, während Rücken, Flügel und Laufgefieder braune Farbtöne aufweisen. Die Henne ist wesentlich kleiner, wiegt bis zu 2,2 Kilogramm und ihre Oberseite zeigt eine rost- bis graubraune Grundfärbung. Die Unterseite besitzt einen rostgelben Grund mit schwarzer und grauweißer Querbänderung. Ist das Brustschild des Hahnes metallisch blaugrün glänzend, so zeigt sich das Brustschild der Henne rostfarben. Sie hat einen langen, nicht eingebuchteten Schwanz.

Das Auerhuhn gehört zu den Bodenbrütern. In der Regel legen Hennen von Ende April bis Anfang Mai 10 bis 16 hühnereigroße, zwiebel- oder lehmfarbene und rot- oder rotbraun punktierte Eier in eine flache Mulde; gebrütet wird 28 Tage. Die Jungen sind Nestflüchter; im Alter von 10 bis 12 Tagen können sie bereits kurze Strecken fliegen.

Im Winter ernährt sich das Auerhuhn vorrangig von Knospen, Nadeln, Zweigen und Samen, bei geringer Schneedecke auch von Blaubeertrieben. Im Sommer bevorzugt es Blaubeeren, Preiselbeeren, Gräser, Kräuter und Schnecken, Würmer, Insekten und Ameisenpuppen sowie Triebe und Blätter.

Die Balz

Die Balz findet von März bis Mitte Mai statt und beginnt mit dem allabendlichen Einfall der Hähne auf dem Balzplatz. Die Baumbalz dauert bis in die Dunkelheit. In den Morgenstunden beginnt erneut eine bis zu einstündige Baumbalz, die danach auf dem Boden fortgesetzt wird und bis zum späten Vormittag anhält. Charakteristische Geräusche und Gebärden des Hahns sind dabei der eigenartige und recht leise Balzgesang (doppel- und einsilbige Laute, dann der sog. Hauptschlag und schließlich das Wetzen, ein schleifendes Geräusch), bestehend aus mehreren sogenannten Strophen und das Sichelrauschen (mit den Schwingen) und Sektpfropfenknallen (mit dem Schnabel). Die kunstvoll komponierte Strophe lässt sich in etwa folgendermaßen wiedergeben: tet-te-lep, tetelep, tetelep, telep, telep, telep telep, pop tschi-teschite-schi-te-schi. Bei einer bestimmten Strophe schließt der Hahn die Augen, an anderer Stelle führt er kleine Sprünge aus oder schlägt mit seinen Stoßfedern ein Rad, welches, von hinten betrachtet, der Baumscheibe eines gefällten Baumes ähnelt.

Letzte Aktualisierung: 28.11.2013

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