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11.04.2018Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde bei der Großen Brandenburger Jungweinprobe in Potsdam

Termin: Freitag, 13. April
Zeit:  18.30 Uhr
Ort:  14467 Potsdam, Schinkelhalle, Schiffbauergasse 4A

Potsdam – Brandenburgs Winzer begehen trotz kleiner Rebfläche alljährlich eine Große Jungweinprobe. In diesem Jahr ist Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde Gast dieses Ereignisses.

Die märkische Sonne lässt sehr gute Traubenqualitäten reifen. Immerhin bietet die kontinentale Lage mehr Sonnenstunden als Rheinhessen oder Rheinland-Pfalz. Die hier gekelterten Weine überzeugen bei den Weinproben. Sie erlangten bereits Preise bei Weinprämierungen. So ist Brandenburg mit Blick auf die Rebfläche zwar kein großes Weinbau treibendes Land, aber eine Weinbauregion mit großer Außenwirkung.

Der märkische Weinbau ist so alt wie die Mark. Bereits 1173 belegt eine Urkunde einen Weinberg in Brandenburg an der Havel. Seit dem Mittelalter bis weit hinein in das 19. Jahrhundert wurden in Brandenburg vielerorts die edlen Reben gekeltert. Kultiviert kam die ursprünglich aus dem Mittelmeerraum stammende Weinrebe (Vitis vinifera L.) hierher durch die aus dem Westen angeworbenen Siedler im Rahmen der Ostkolonisation. Befördert wurde der Weinbau durch die im 12. und 13. Jahrhundert gegründeten Klöster und die sich entwickelnden Ortschaften.

Der Höhepunkt des Weinbaus auf dem Gebiet des heutigen Landes Brandenburg war mit der Wende vom 17. zum 18. Jahrhundert erreicht. Von dem ehemals ausgedehnten Anbau der Rebe waren mit der Neugründung des Landes Brandenburg 1990 nur noch letzte Spuren vorhanden. Noch vor dem Ende der DDR, im Jahr 1985, hatten traditionsbewusste Werderaner auf fünf Hektar des alten Kulturstandorts Wachtelbergs Wein gepflanzt – die Keimzelle des heute größten brandenburgischen Weinguts.

Bis Ende 2015 wurde die Rebfläche des Landes Brandenburg schrittweise wieder auf 30 Hektar erhöht. Durch die Änderung der EU-Gesetzgebung können seit 2016 die Wünsche Brandenburger Winzer nach Neupflanzungen noch besser erfüllt werden. So hat sich das Anbaupotenzial auf rund 40 Hektar erhöht, davon sind aktuell über 31 Hektar aufgerebt.

Mit Erhöhung der Rebfläche und der Nutzung der neugepflanzten Weinberge hat sich auch die erzeugte Weinmenge deutlich erhöht. Waren es 2010 noch etwa 300 Hektoliter des Rebensaftes, so wurde nach zwei guten Jahren 2015 und 2016 im Jahr 2017 1.337 Hektoliter erzeugt und das bei sehr guten mittleren Mostgewichten von 80 Grad Öchsle.

Produziert werden etwa zu zwei Dritteln Weißweine und zu einem Drittel Rotweine. Vereinzelt wird auch Sekt gekeltert. Die hergestellten Weine sind nach europäischem Recht als Weine mit geschützter Ursprungsbezeichnung (Qualitätsweine) beziehungsweise als Weine mit geschützter geografischer Angabe (Landweine) anerkannt und werden auf die Einhaltung der Herstellungsbestimmungen besonders kontrolliert.

Die Kunst der Kellermeister lässt in Verbindung mit niedrigen Hektarerträgen sehr gute Tropfen entstehen, die viele Liebhaber in der Mark und darüber hinaus gefunden haben.

Obwohl die Rebfläche in Brandenburg nur sehr klein ist im Vergleich zu den über 102.000 Hektar in Deutschland insgesamt, gibt es doch eine sehr vielfältige und interessante Weinbaulandschaft. 78 Prozent der Rebfläche wird von Einzelunternehmen bewirtschaftet. Darunter sind einige Betriebe, die den Weinbau sehr intensiv und professionell betreiben und die den Anspruch an einen Vollerwerbsbetrieb erfüllen können. Sehr wichtig für den Brandenburger Weinbau sind die Weinbauvereine. Diese bewirtschaften rund ein Fünftel der gesamten Rebfläche.

Die Bezeichnungen der deutschen Weinbaugebiete sind im Weingesetz und der Weinverordnung geregelt. Brandenburg hat Anteile an den Qualitätsweingebieten Saale-Unstrut, welche in der Stadt Werder/Havel liegen, sowie am Qualitätsweinbaugebiet Sachsen in der Stadt Schlieben. Der größte Anteil der Flächen ist den Landweingebiet Brandenburg zugeordnet.

Da traditionellen Sorten aufgrund ihrer Anfälligkeit gegen pilzliche Erreger einen hohen Aufwand im Pflanzenschutz erfordern, wurden in Brandenburg viele widerstandsfähige Rebsorten gepflanzt. An Weißweinsorten findet man Müller-Thurgau, Weißburgunder, Riesling, Ruländer, Sauvignon blanc. Daneben gibt es neue pilzwiderstandsfähige (PiWi-) Sorten wie Johanniter (als Riesling-Ersatz), Solaris und Helios (als Müller-Thurgau-Ersatz) sowie Schönburger, Muscaris und Saphira als neue Bukettsorten. Die rote PiWi-Sorte Regent ist die mit 5,3 Hektar am meisten angebaute Rebsorte in Brandenburg. Weitere Rotweinsorten sind Dornfelder und Cabernet Dorsa.

Seit 2013 gibt es im Brandenburger Gartenbauverband eine Fachgruppe Weinbau.

Mehr zum Thema

Weinland Brandenburg, herausgegeben vom brandenburgischen Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Entwicklung, Potsdam 2016

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