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01.06.2018Internationaler Tag der Milch und Weltbauerntag

Potsdam – Der 1. Juni ist nicht nur der Internationale Kindertag, sondern auch Weltbauerntag und der Internationale Tag der Milch. Auch in Brandenburg nutzen Milcherzeuger den von der UN-Ernährungsorganisation initiierten Thementag, um auf Milch und Milchkuhhaltung besonders hinzuweisen. So wird die Familienmolkerei Hemme-Milch heute im uckermärkischen Schmargendorf ein neues Gebäude in Betrieb nehmen. Der Landesbauernverband startet mit 240 Kindern einen Aktionstag in Gussow im Landkreis Dahme-Spreewald.

Brandenburgs Agrar- und Umweltminister Jörg Vogelsänger: „Die Milchviehhaltung in Brandenburg, Deutschland und Europa steht vor großen Herausforderungen.“

Die Milchpreise waren in den vergangenen Jahren immer wieder unter Druck geraten, nicht zuletzt auch, weil es innerhalb der Europäischen Union zu einem Paradigmenwechsel gekommen ist: Parallel zum Beschluss, die Milchquote (Lieferrechte) zum 31. März 2015 zu beenden, wurden die Interventionspreise für Butter und Magermilchpulver seit 2008 schrittweise abgesenkt. In der Folge haben sich die Preise für Milch und Milcherzeugnisse in der EU dem Weltmarktpreis angenähert. Der Weltmarktpreis schwankt entsprechend der Nachfrage, den Konjunkturzyklen wichtiger Nachfrageregionen und wegen der witterungsbedingten Angebotsschwankungen großer Erzeugerregionen wie Neuseeland, Europa und Nordamerika.

Die Mitgliedstaaten der EU produzieren rund ein Viertel der Weltmilchmenge. Deutschland erzeugt rund ein Fünftel der EU-Milchmenge (Stand 2016). Brandenburg steht für etwa vier Prozent der deutschen Milch.

In der Milchpreiskrise 2015/2016 wurden mit Geldern der EU und Deutschlands Betriebe unterstützt, die ihre Milchmenge reduziert beziehungsweise nicht gesteigert haben. Im Rahmen des Mengenreduzierungsprogramms erhielten Brandenburger Milcherzeuger mehr als 2,4 Millionen Euro an Beihilfen. Das waren im Durchschnitt 17.398 Euro je Betrieb. Aus dem Programm der Milchsonderbeihilfe wurden über 5,4 Millionen Euro an Brandenburger Betriebe gezahlt. Das waren im Durchschnitt 32.331 Euro je Betrieb.

Dieses Programm steht der EU-Kommission im Rahmen der Gemeinsamen Marktordnung auch weiterhin zur Verfügung. Allerdings sind die finanziellen Mittel dafür begrenzt und können nicht dauerhaft zur Unterstützung der Betriebe eingesetzt werden.

Vogelsänger: „Transparente und faire Lieferbeziehungen zwischen den Milcherzeugern und den Molkereien halten wir für grundlegende Voraussetzungen für einen funktionierenden Milchmarkt. Zur Stärkung der Milchbauern in der Lieferkette haben wir uns auf der Frühjahrskonferenz der Agrarminister dafür eingesetzt, dass die Bundesregierung eine Verordnung erlässt, wonach jeder Lieferant einen Anspruch auf einen Vertrag mit Festlegungen zu Mengen, Preisen und Lieferkonditionen erhält. Eine Wiedereinführung der Milchquote als Kriseninstrument, also eine obligatorische Mengenbegrenzung, lehnen wir ab. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der Milchpreis über die in der EU erzeugte Menge nicht zu steuern ist. Es gab bereits 2007, also noch während der Quote, starke Preisverwerfungen. Wir sind uns hier mit vielen EU-Staaten und auch der überwiegenden Anzahl der Marktteilnehmer einig, dass die wettbewerblichen Nachteile für die Branche die Vorteile einer Quote überwiegen würden.“

„Die wichtigsten Möglichkeiten, sich auf die neuen Marktbedingungen einzustellen, sind innerbetriebliche Effizienzsteigerungen sowie die Erhöhung der Wertschöpfung durch die Molkereien“, so der Minister weiter: „Mit unserer neuen Beratungsrichtlinie werden wir die einzelbetriebliche Beratung der Betriebe fördern. Die einzelbetriebliche Förderung werden wir für mehr Investitionen in das Tierwohl ausrichten. Dies wird in enger Abstimmung mit der Nutztierstrategie der Bundesregierung erfolgen.“

Brandenburger Milcherzeuger gehören zur Spitze in Deutschland. So wurden 2017 rund 1,24 Millionen Tonnen Milch erzeugt. Das waren allerdings zwei Prozent weniger als 2016 und sogar acht Prozent weniger als 2015. Brandenburger Kühe gaben im Prüfjahr 2016/17 9.477 Kilogramm Milch. 70 Prozent der 5.400 Brandenburger Betriebe halten Tiere. Etwa die Hälfte des Produktionswerts der Brandenburger Landwirtschaft kommt aus der Tierhaltung. Diese sichert die meisten der 39.000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft. Der Bestand an Milchkühen im Land Brandenburg ist – vor allem wegen der Milchpreiskrise - auf 151.000 Tiere zurückgegangen.

Weltbauerntag

Der 1. Juni ist auch der Weltbauerntag. Seit 2002 wird er von der UNESCO jeweils am 1. Juni ausgerufen. Er soll an die weltweite Bedeutung der Bauern für die menschliche Ernährung erinnern. 2016 hat jeder Landwirt in Deutschland - statistisch gesehen -  155 Menschen versorgt. Um 1900 waren es zehn.

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