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04.07.2018Neuer Grünbrückenbericht der Forschungsstelle für Wildökologie: Hase und Wolf und schließlich ein Schäfer

Eberswalde – Aktuelle Ergebnisse der Wildbewegungen auf Grünbrücken an Brandenburger Autobahnen sind im neuen Grünbrückenbericht der Forschungsstelle für Wildökologie und Jagdwirtschaft des Landeskompetenzzentrums Forst Eberswalde (LFE) im Internet abrufbar.

In Brandenburg entsteht gegenwärtig die neunte Grünbrücke. Grünbrücken fördern durch die Vernetzung von Ökosystemen die Biodiversität und erhöhen außerdem die Verkehrssicherheit. Die  Gefahr von Wildunfällen wird reduziert.

Ein langfristiges Monitoring  (zehnjährige Erfolgskontrolle) mit Hilfe von Videoüberwachung gibt es seit 2005 an fünf Grünbrücken über Autobahnen. Der aktuelle Bericht dokumentiert das Monitoring für die drei Grünbrücken in den Landkreisen Potsdam-Mittelmark (A 9), Dahme-Spreewald (A 13) und Oder-Spree (A 12).

Die Auswertung zeigt nicht nur, dass Wildtiere, solche Querungshilfen gut annehmen, sie sind auch ein Seismograf für Veränderungen des Artenspektrums bei Wildtieren. Ein Beispiel dafür sind die Ergebnisse an der A 12: Während des bisherigen Untersuchungszeitraums konnten insgesamt 5.192 Tierquerungen nachgewiesen werden. Das sind durchschnittlich 140 Bewegungen pro Monat und etwa fünf Querungen pro Tag. Die  am häufigsten auf der Grünbrücke registrierte Tierart ist das Rotwild. Neun weitere Arten sind an der Nutzung der Grünbrücke beteiligt, darunter Rehe, Feldhasen, Füchse und  Wildschweine. Wölfe querten 134mal die Brücke und sind damit inzwischen Stammgäste. Allein oder in Rudeln zogen sie meist nachts umher. Die große Mehrheit der die Grünbrücke nutzenden Tiere überquert diese ruhig ziehend (80 Prozent). Bei weiteren 6 Prozent konnte sogar eine Nahrungsaufnahme beobachtet werden. 14 Prozent der Wildtiere überquerten die Brücke flüchtig, was ungefähr den Vorjahresergebnissen entspricht.

Vorrang für Wildtiere

Das Monitoring erfasst immer wieder unerwünschte Nutzer. Über der A 13 war gleich mehrfach ein Schäfer mit seiner Herde unterwegs. Insgesamt haben sich die Störungen durch Personen auf allen Grünbrücken reduziert. Dennoch betonen die Fachleute, dass der Erfolg der Bauwerke auch davon abhängt, dass Wildtiere hier störungsfreie Passagen über den Autobahnen finden.

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