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NSG Kremmener Luch

Mit der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt für das Land Brandenurg Teil II Nr. 36 vom 3. November 2009 ist die Verordnung über das Naturschutzgebiet (NSG) "Kremmener Luch" in Kraft getreten. Die Maßgaben zur extensiven Bewirtschaftung von Grünlandflächen treten zum 1. Juli 2010 in Kraft. 

Im NSG Kremmener Luch (© J. Busold) Das rund 1.185 Hektar große Schutzgebiet umfasst zwei gleichnamige FFH-Gebiete sowie Teilflächen des Europäischen Vogelschutzgebietes "Rhin-Havelluch" im Landkreis Oberhavel. Mit dieser Unterschutzstellung wurde eines der ältesten Naturschutzgebiete Brandenburgs - das 1925 erstmalig festgesetzte NSG "Kremmener See" - erweitert und nach den aktuellen naturschutzrechtlichen Anforderungen gesichert. 

Das zur Landschaftseinheit des Oberen Rhinluchs gehörende NSG "Kremmener Luch" umfasst im Kern das größte geschlossene, noch naturnah erhaltene Moorgebiet Brandenburgs, ein vorwiegend nährstoffreiches Verlandungsmoor. Seine Vegetation besteht aus einem Mosaik kleinflächiger Moor- und Auen-Wälder als prioritäre Lebensraumtypen nach Anhang I der FFH-RL sowie von Schilfröhrichten, Großseggenrieden und mit einer in den letzten Jahren zunehmenden Gehölzsukzession. Das Zentrum des Gebietes bilden die ungeschichteten eutrophen Flachseen Kremmener See und Beetzer Ecken mit ihren ausgedehnten Verlandungszonen. Beide Gewässer zählen zum Lebensraumtyp der natürlich eutrophen Seen mit einer Vegetation des Magnopotamions und Hydrocharitions nach Anhang I der FFH-RL. Der Kremmener See wird vom kanalartig ausgebauten Kremmener Rhin durchflossen, Kanal und See weisen alte Eindeichungen auf. Die Gewässer sind Lebensraum und vitales Reproduktionszentrum für Fischotter und Elbebiber. Der weitgehend unzugängliche Kernbereich wird wirtschaftlich nicht genutzt. 

Im NSG Kremmener Luch (© J. Busold) Die angrenzenden Grünlandflächen weisen trotz mehrfacher Meliorationen, die seit dem Anfang des letzten Jahrhunderts durchgeführt wurden, standörtlich differenzierte Feuchtegrade auf. Diese Flächen werden überwiegend extensiv bewirtschaftet. Unter den charakteristischen Pflanzengesellschaften des Gebietes hat der FFH-Lebensraumtyp Pfeifengraswiesen auf kalkreichen und torfigen Böden eine besondere Bedeutung für den floristischen Artenschutz. 

Das Kremmener Luch ist ein Teilbereich des Oberen Rhinluchs und gehört somit zum bedeutendsten binnenländischen Kranichrastplatz in Mitteleuropa. Dabei haben vor allem die ungestörten Flachwasserbereiche im Kern des NSG eine besondere Funktion als Schlafplatz für übersommernde und mausernde Kraniche. Darüber hinaus ist es Brut- und Nahrungsgebiet zahlreicher Vogelarten des Anhanges I der Vogelschutz-Richtlinie wie beispielsweise Seeadler, Rohrweihe, Schwarzmilan, Rotmilan, Große Rohrdommel, Neuntöter, Blaukehlchen und Flussseeschwalbe. Verschiedene Gänse- und Entenarten rasten und überwintern im Gebiet. An Arten des Anhangs II der FFH-RL kommen Rotbauchunke, Teichfledermaus, Schlammpeitzger, Großer Feuerfalter, Bauchige und Schmale Windelschnecke vor. 

Die Bedeutung des Kremmener Luchs als Lebensraum für gefährdete, an Feuchtgebiete gebundene Arten wird unterstrichen durch das Vorkommen seltener oder geschützter Pflanzenarten wie Calla, Breitblättriges Knabenkraut, Sumpf-Platterbse, Färberscharte sowie von selten gewordenen Tierarten wie Bekassine, Knäkente, Schilfrohrsänger, Knoblauchkröte und Moorfrosch.

Autorin: Jutta Busold, Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg

Letzte Aktualisierung: 28.04.2014

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