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Grundwasserbeschaffenheit

Grundwasseruntersuchung Der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der vom Menschen möglichst unbeeinflussten Grundwasservorräte als Trinkwasserreservoir ist für heutige und künftige Generationen von enormer Bedeutung. Der Beschaffenheit des Grundwassers drohen durch die Tätigkeit des Menschen viele Gefahren. Deshalb ist die Überwachung der Grundwasserbeschaffenheit notwendig, um daraus Maßnahmen zum Schutz und zur Sanierung des Grundwassers abzuleiten.

Bedeutung des Grundwassers für Mensch und Natur

Natürliches, vom Menschen unbeeinflusstes Grundwasser lässt sich unter den wasserhaushaltlichen Bedingungen des Landes Brandenburg wesentlich einfacher und somit kostengünstiger zu Trinkwasser aufbereiten, als Wasser aus Flüssen und Seen. Die Grundwasserbeschaffenheit unterliegt normalerweise keinen kurzfristigen Schwankungen; auch ist das Grundwasser durch filtrierende Bodenschichten gegen Schadstoffeinträge wesentlich besser geschützt als die Oberflächengewässer. Im Land Brandenburg wird das Trinkwasser deshalb ausschließlich aus dem Grundwasser - vielfach mit Anteilen von Uferfiltrat - gewonnen. Der Erhalt bzw. die Wiederherstellung der vom Menschen möglichst unbeeinflussten Grundwasservorräte ist somit für heutige und künftige Generationen von enormer Bedeutung.

Die Beschaffenheit des Grundwassers beeinflusst aber auch den Naturhaushalt. Schadstoffe, die mit dem Wasserkreislauf aus dem Grundwasser in die Oberflächengewässer gelangen, können ganze Ökosysteme aus dem Gleichgewicht bringen.

Gefahren für das Grundwasser

Trotz seiner relativ guten Geschütztheit kann das Grundwasser durch Einträge von Schadstoffen verschmutzt werden, da die Filterwirkung der Bodenschichten begrenzt ist. Einmal eingetragene Schadstoffe verbleiben sehr lange in Boden und Grundwasser, weil sie im Untergrund nur langsam oder überhaupt nicht abgebaut werden. Zudem ist in den Grundwasserleitern des Landes Brandenburg die Fließgeschwindigkeit sehr gering (meist weniger als 1 Meter pro Tag), so dass Schadstoffe nur allmählich ausgewaschen werden können.

Die Beschaffenheit des Grundwassers wird durch folgende Gefährdungspotentiale beeinträchtigt:

  • Flächennutzungen durch Landwirtschaft und Gartenbau (z. B. infolge der Anwendung von Dünge- und Pflanzenschutzmitteln)
  • Altlasten (Altablagerungen und Altstandorte)
  • Abfallbeseitigung (z. B. durch Deponien und Müllbeseitigungsanlagen)
  • undichte Kanalisationen (z. B. durch veraltete Abwasserleitungen)
  • Umgang mit wassergefährdenden Stoffen (z. B. durch Unfälle mit Mineralölprodukten)
  • unsachgemäß ausgeführte Bohrungen (z. B. bei Erdwärmesonden)
  • Versalzung Süßwasser führender Grundwasserleiter durch Aufstieg hoch mineralisierter Grundwässer
  • Versauerung und steigende Sulfatbelastung durch Bergbau (insbesondere Braunkohleabbau)
  • atmosphärische Belastung  (durch Autoabgase, Industrieemissionen, Feuerungen; beispielsweise in Form von "saurem Regen")
  • Straßenabwässer (z. B. durch Straßenverkehr und Streusalz)

Grundwasserschutz und -sanierung

Zum Schutz des Grundwassers sind im Land Brandenburg insbesondere folgende Maßnahmen erforderlich:

  1. Durchsetzung einer grundwasserschonenden Landwirtschaft mit dem Ziel der Verringerung der Einträge von Düngestoffen und Pflanzenschutzmitteln. Dazu sind die Landwirte durch die Fachbehörden zu beraten. Bestimmte Maßnahmen können durch Fördermittel unterstützt werden.
  2. Sanierung von Altlasten. Den Schwerpunkt bilden die Altlasten, von denen Gefahren für die Wasserwerke ausgehen. Nach Möglichkeit sind Altlasten an der Schadstoffquelle zu sanieren. Dabei sind folgende Arbeitsschritte notwendig:
    • Gefahrenerkundung durch die zuständigen Behörden
    • Durchführung der Sanierungsmaßnahmen durch die Verantwortlichen
    • Unterstützung der Maßnahmen durch das Land, soweit die Verantwortlichen nicht in Anspruch genommen werden können
  3. Errichtung und Sanierung von Abwasserkanälen und Kläranlagen durch Städte und Gemeinden mit Unterstützung durch das Land. Hierbei kommen zentrale, dezentrale und individuelle Lösungen in Betracht. Das Land fördert entsprechend seinen finanziellen Möglichkeiten nach Prioritäten bei nachgewiesener Wirtschaftlichkeit der geplanten Maßnahmen.
  4. Durchsetzung der Rechtsvorschriften zum Umgang mit wassergefährdenden Stoffen durch die Wasserbehörden mit dem Ziel, ein Eindringen dieser Stoffe in das Grundwasser durch Havarien und Unfälle zu verhindern.
  5. Festsetzung von Wasserschutzgebieten, in denen besonders hohe Anforderungen zum Schutz des Grundwassers zu beachten sind.
  6. Die Verringerung der Belastung des Grundwassers durch Schadstoffeinträge aus der Luft erfordert sowohl die landes- und staatsübergreifende Durchsetzung bestehender immissionsschutzrechtlicher Bestimmungen durch die zuständigen Behörden als auch die Einflussnahme der Politik auf die Verringerung des Schadstoffausstoßes in die Atmosphäre.
Letzte Aktualisierung: 25.06.2018