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NSG Havelländisches Luch

Im Havelländischen Luch (© Dr. Tilo Geisel, MUGV) Die Verordnung über das Naturschutzgebiet Havelländisches Luch wurde im Gesetzes- und Verordnungsblatt Teil II vom 24. Juni veröffentlicht und trat am 1. Juli 2004 in Kraft. Das ca. 5.500 Hektar große Gebiet liegt im Bereich des Amtes Nennhausen, Landkreis Havelland. Es handelt sich um ein überwiegend landwirtschaftlich genutztes Niederungsgebiet mit hohem Grünlandanteil. Der Wechsel von Niedermoorbereichen und trockenen Sanderflächen bzw. Moränenkuppen führte zur Ausbildung unterschiedlicher Lebensräume für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten.

Die besondere Schutzwürdigkeit ergibt sich aufgrund der herausragenden ornithologischen Bedeutung des Gebietes. Es wurde 1997 gemäß der Richtlinie 79/409/EWG (Vogelschutzrichtlinie - VSRL) als Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA) gemeldet und ist in Deutschland eines der letzten Reproduktionsräume der Großtrappe. Gleichzeitig ist es Lebensraum weiterer Arten nach Anhang I VSRL wie bspw. Wachtelkönig, Wiesenweihe, Große Rohrdommel sowie ein bedeutendes Durchgangs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel.

Die Ausweisung als NSG diente ebenfalls der Sicherung von trockenen, kalkreichen Sandrasen als Lebensraumtyp nach Anhang I der FFH-Richtlinie und bietet streng und besonders streng geschützten Arten, z. B. Sumpf-Knabenkraut, Pracht-Nelke und Wiesen-Kuhschelle sowie Fischotter, Grauem Langohr, Rotbauchunke, Blauflügeliger Ödlandschrecke und Großer Flussmuschel Lebensraum.

Das NSG ist in drei Zonen unterteilt, wobei insbesondere die Kernzone weitgehende Beschränkungen der landwirtschaftlichen Bodennutzung enthält. Die Umsetzung der Zonierung konnte nur in konstruktiver Zusammenarbeit mit der zuständigen Landwirtschaftsbehörde, dem Kreisbauernverband und den betroffenen Betrieben erreicht werden.

Durch die Unterschutzstellung wird der überregionale Biotopverbund mit den EU-Vogelschutzgebieten wie den Belziger Landschaftswiesen, der Unteren Havel und dem Rhinluch dauerhaft gesichert.

Autorin: Dorothee Dietz, Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg

Letzte Aktualisierung: 29.04.2014

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