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NSG Untere Havel Süd

Havelaue (© Dr. Thomas Schoknecht) Mit der Veröffentlichung im Gesetz- und Verordnungsblatt Brandenburg, Teil II trat die Verordnung für das Naturschutzgebiet "Untere Havel Süd" am 3. August 2009 in Kraft.

Das Naturschutzgebiet (NSG) "Untere Havel Süd" ist Teil des FFH-Gebietes "Niederung der Unteren Havel / Gülper See" und des SPA-Gebietes (Vogelschutzgebiet) "Niederung der Unteren Havel" sowie ein "Feuchtgebiet von nationaler Bedeutung".

Das neue NSG im Naturpark Westhavelland umfasst 3.933 Hektar zwischen den Städten Pritzerbe und Rathenow. In Verbindung mit dem Naturschutzgebiet Untere Havel Nord, das nördlich von Rathenow beginnt, steht nun in Brandenburg die gesamte Niederung der Unteren Havel bis zur Landesgrenze zu Sachen-Anhalt unter Schutz.

Mögelin (© Bernicke-Pérez Castilleja) Die Überflutungsflächen der unteren Havel bei Hochwasser sind seit dem 18. Jahrhundert von über 150.000 auf 12.000 Hektar geschrumpft; auf weniger als ein Zehntel ihrer einstigen Größe. Umso notwendiger ist der Schutz der verbliebenen Flächen, nicht zuletzt aufgrund ihrer zahlreichen Regelungsfunktionen für den Klima-, Nährstoff- und Wasserhaushalt, aber auch wegen ihrer Bedeutung als Lebensraum für zahlreiche seltene und gefährdete Tiere und Pflanzen.

Beeindruckend ist besonders der Vogelreichtum dieser Region. Als Brut- oder Rastgebiet für Wat- und Wasservögel hat sie deutschlandweit Bedeutung. Zusammen mit dem Naturschutzgebiet "Untere Havel Nord" besitzt es diesen Stellenwert für das Binnenland Zentralmitteleuropas. Höcker-, Sing- und Zwergschwäne sowie zehntausende nordische Gänse und Kraniche rasten auf dem Weg zu oder von ihren Brutplätzen in Skandinavien alljährlich in der Havelniederung. Seltene Arten wie Rohrdommel, Roter und Schwarzer Milan, Seeadler, Kranich, Kampfläufer, Wachtelkönig und Trauerseeschwalbe, Eisvogel und Neuntöter finden hier Schutz und Nahrung zur Aufzucht ihrer Jungen. Auch für Biber und Fischotter, für Kreuzkröte, Moorfrosch und Ringelnatter ist dies ein lukrativer Lebensraum. Stromtalwiesen und Niedermoore auf den Grünländern beherbergen einen Insektenreichtum, der die Lebensgrundlage für viele weite Arten bildet.

Zahlreiche intensive Gespräche mit Kommunalpolitikern und den Landwirten der Region fanden statt. Auch künftig können die Landwirte die Flächen nutzen. Für die Beschränkungen erhalten die Betriebe eine finanzielle Entschädigung.

Autorin: Claudia Hesse, Landesamt für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg

Letzte Aktualisierung: 29.04.2014

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