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NSG Plagefenn

Das älteste Naturschutzgebiet Brandenburgs, das "Plagefenn"

Das Plagefenn(© Birgit Lehmann, MUGV) Auf Anregung des Forstmeisters Max Klienitz wurde das Plagefenn bereits am 4. Februar 1907 vom Preußischen Minister für Landwirtschaft, Domänen und Forsten zum 177 Hektar großen Naturdenkmal erklärt. Es ist damit das älteste Flächendenkmal Norddeutschlands - Im Mai 2007 wurde der 100ste Geburtstag mit einer Fachtagung gefeiert.

Das im Landkreis Barnim gelegene, heute rund 1.055 Hektar große Naturschutzgebiet "Plagefenn" befindet sich im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin östlich des Kloster Chorin und südlich des Ökodorfes Brodowin. Es beinhaltet heute eine Schutzzone I (Kernzone / Totalreservat) mit 276 Hektar, in dem keinerlei wirtschaftliche Nutzung erfolgt und eine Schutzzone II mit 779 Hektar, in der bestimmte Nutzungen möglich sind.

Trotz drohender Austrocknung, der durch Anstauen von Wasser und dem Festschreiben von Stauhöhen entgegengewirkt wird, ist das Plagefenn auch heute noch ein bedeutendes, artenreiches Moor- und Waldgebiet, das u. a. große Bedeutung für die Vogel- und Vegetationskunde hat. Beispiele für seine reiche botanische Artenausstattung sind z. B. das weißbüschelige Wollgras und der Sumpfporst.

Auf Grund seiner ornithologischen Ausstattung wurde das Gebiet gemäß der Richtlinie 79/409/EWG (Vogelschutzrichtlinie - VSRL) als Europäisches Vogelschutzgebiet (SPA) gemeldet (es gehört zum SPA Gebiet Schorfheide Chorin) und ist Lebensraum von diversen Arten, die nach Anhang I der Richtlinie geschützt sind, bspw. Kranich, Mittelspecht, Schwarzstorch und Seeadler, sowie stellt ein bedeutendes Durchgangs-, Rast- und Überwinterungsgebiet für Zugvögel dar.

Weiterhin wurde das Gebiet auch als FFH-Gebiet benannt und dient u. a. der Sicherung von Moorwäldern, Waldmeister-Buchenwäldern und Schwingrasenmooren, die Lebensraumtyp nach Anhang I der FFH-Richtlinie darstellen und bietet streng und besonders streng geschützten Arten, wie z. B. Fischotter, Rotbauchunke und Schlammpeizker Lebensraum.

Bei einem Spaziergang durch die alten Buchenwälder und entlang des Plagefenns (das Fenn selber kann als Totalreservat nicht betreten werden), kann man die Vielfalt der Moor- und Waldtypen genießen, sich an den Blütenpflanzen erfreuen und mit etwas Glück auch den ein oder anderen Vogel beobachten. Am besten geht dies im Rahmen einer Führung, die durch die Naturwacht regelmäßig angeboten werden und bei der neben der Erklärung der Natur auch so mache Anekdote zum Besten gegeben wird.

Weitere Informationen:

100 Jahre Naturschutzgebiet Plagefenn Ein Beispiel für erfolgreiches
        Zusammenwirken von Forstwirtschaft und Naturschutz -
        Tagungsband zur Jubiläumsveranstaltung vom 11. - 12. Mai 2007
         in Chorin.

Letzte Aktualisierung: 30.08.2013

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Kontakt:

MLUL, Abteilung Naturschutz
Stabsstelle Umsetzung FFH-Richtlinie
Birgit Walden
Tel.: 0331/ 866 -7187
E-Mail an: Birgit Walden