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06.07.2018Kinder auf Spurensuche im Naturpark: Umweltstaatssekretärin Schilde eröffnet Junior Ranger-Camp in Rückersdorf

Rückersdorf – Ihre Zelte haben die 80 jungen Naturschützer bereits im Naturpark Niederlausitzer Heidelandschaft aufgeschlagen, wenn Brandenburgs Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde heute um 16.30 Uhr in Rückersdorf das 15. Junior-Ranger-Camp eröffnet. Drei Tage lang gehen die Kinder auf Spurensuche im Naturpark.

Staatssekretärin Schilde: „Das Junior Ranger-Programm ist das erfolgreichste Umweltbildungsprojekt der Naturwacht Brandenburg. Landesweit engagieren sich rund 200 Kinder und Jugendliche in 23 Gruppen für den Schutz und Erhalt der Nationalen Naturlandschaften. Mit ihrem Ranger-Camp wollen unsere Naturwächter dafür werben, dass Wissen um die Natur am besten in der Natur und gut bei Spaß und Spiel vermittelt werden kann.“

Zu ihrem landesweiten Camp kommen die Junior Ranger einmal im Jahr zusammen. Zu den ehrenvollen Pflichten einer Umweltstaatssekretärin, die zugleich Stiftungsratsvorsitzende des NaturSchutzFonds Brandenburg ist, gehört, die „Dienstkleidung“ an die Neulinge zu verteilen - insgesamt 28 grüne Shirts und Käppis mit dem Eulen-Logo der Naturwacht an diesem Tag.

Die zehn „kleinen Frösche“, so nennen sich die Junior Ranger aus dem Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe-Brandenburg, haben eine vierstündige Anreise hinter sich. Regelmäßig schneiden die Kinder dort aus den Klassen zwei bis vier der Grundschule Lenzen unter Anleitung von Rangerinnen Gehölze oder Rohrkolben, damit die kleine Wasserstelle nicht zuwächst. Den Erfolg ihrer Arbeit sehen sie in ihren Keschern. Derzeit gehen ihnen Kaulquappen, Wasserskorpione und Teichmolche ins Netz.

Genau diese Erfahrungen machen das mehrfach ausgezeichnete Junior-Ranger-Programm der Naturwacht einzigartig in der Umweltbildungsarbeit. Unter Anleitung von echten Rangern lernen die Kinder direkt im Nationalpark, den Biosphärenreservaten und Naturparks des Landes die heimische Artenvielfalt kennen und beschäftigen sich mit Themen wie nachhaltiger Landwirtschaft oder dem Klimawandel.

Nach der Eröffnung startet schon die Spurensuche. Auf der Bühne des Amphitheaters der Grundschule gibt eine Marionette des Lausitz-Puppentheaters den Kindern erste Informationen und Tipps für ihre abenteuerlichen Streifzüge durch den Naturpark.

Auf insgesamt acht Touren sollen sie herausbekommen, was die Niederlausitzer Heidelandschaft geprägt hat. Die Kinder folgen unter anderem der Spur der „schicksalhaften Schwestern“ und untersuchen die Veränderung der Schwarzen und der Kleinen Elster. Warum wurde die Schwarze Elster eingedeicht? Was hat der Richter mit dem Fischer, dem Bauern und dem Müller zu klären und wie wirkte sich dieser Streit auf den Fluss aus? Auch den heimischen Obstsorten sind die Kinder auf der Spur. Diese führt die Junior-Ranger von der Hofmosterei Dobra zurück bis in die Zeit der Zisterzienser. Am Sonntag (8. Juli) präsentieren die Teams ihre Ergebnisse an einer Tatort-Pinnwand. Unterstützt werden die Brandenburger Junior Ranger dabei zum wiederholten Mal von ihrer Partnergruppe aus dem polnischen Dabrozyn.

Junior Ranger

Seit 1994 wird die Arbeit mit Kindergruppen in den brandenburgischen Nationalen Naturlandschaften aufgebaut und seit 2004 in einem brandenburgischen Junior-Ranger-Programm als Baustein der Bildung für eine nachhaltige Entwicklung angeboten. 2008 wurde mit Partnerorganisationen aus anderen Nationalen Naturlandschaften, EUROPARC Deutschland e.V. und WWF das bundesweite Junior Ranger-Programm aus der Taufe gehoben. Es begeistert bundesweit mehr als 1.500 Kinder und Jugendliche im Alter von 5 bis 14 Jahren für die Themen Natur, Umwelt und biologische Vielfalt.

Die Junior Ranger werden von erwachsenen Rangern (Naturwächtern) angeleitet und unterstützen diese bei ihrer Arbeit. Das Zählen von gefährdeten Vogelarten oder das Betreuen von Krötenzäunen gehören typischerweise zu den Aufgaben der Junior Ranger wie das Pflanzen von Bäumen und Hecken oder die Gewässerpflege.

Neben den regelmäßigen Gruppentreffen in den Schutzgebieten ist gerade der Austausch zwischen den Teilnehmern der regionalen, landesweiten und bundesweiten Junior Ranger-Camps ein wichtiges Anliegen des Programms.

Naturwacht Brandenburg

Die Ranger der Naturwacht Brandenburg arbeiten seit 27 Jahren in 15 Großschutzgebieten erfolgreich als Mittler zwischen Mensch und Natur. Auf rund 9.000 Quadratkilometern – einem Drittel der Landesfläche – erfassen sie Daten zu Tier- und Pflanzenbeständen, Grundwasserspiegeln sowie zur Qualität von Gewässern. Zudem setzen sie zahlreiche Naturschutzmaßnahmen um und kontrollieren deren Erfolg. Die Ranger sind wichtige Ansprechpartner für Anwohner und Touristen in den Nationalen Naturlandschaften. Sie begleiten jährlich rund 10.000 Gäste auf mehr als 550 geführte Touren.

Im Rahmen ihrer Arbeit mit Kinder- und Jugendgruppen, den Junior Rangern, weckt die Naturwacht Interesse für Natur- und Umweltschutz bei der jungen Generation. Auch am Ganztagsschulangebot des Landes beteiligt sie sich. Mehr als 270 Freiwillige unterstützen Brandenburgs Ranger bei ihren Aufgaben. Seit 1997 arbeitet die Naturwacht unter dem Dach der Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg.

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MLUL, Referat MB 2
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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
E-Mail an Dr. Schade