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Bibermanagement in Brandenburg

Der noch zu Wendezeiten in Brandenburg fast ausgerottete Biber hat sich im Land inzwischen wieder stark vermehrt. Was zum einen ein Beleg für erfolgreiche Naturschutzarbeit ist, wird von den Unterhaltungspflichtigen an Gewässern und von Landnutzern mit Sorge beobachtet. Insbesondere die wasserbaulichen Ambitionen des nach europäischem und deutschem Naturschutzrecht streng geschützten Großnagers können an den Gewässern und Deichen zu Schäden führen und damit zu Konflikten zwischen Biber und Landnutzern.

Für das erforderliche „Leben mit dem Biber“ unterstützt das Umweltministerium ein aktives Bibermanagement und hat dafür ein 7- Punkte- Programm aufgelegt.
Es legt den Schwerpunkt auf Vorsorgemaßnahmen und soll den Ansprüchen des Naturschutzes, des Hochwasserschutzes und der auf Land- und Forstwirtschaft sowie Fischerei angewiesenen Unternehmen sowie dem Schutz des Bibers gleichermaßen Rechnung tragen.

7-Punkte-Programm Bibermanagement in Brandenburg

  1. Erlass einer Biberverordnung 
    Ziel: Zulassung von Ausnahmen zur Gefahrenabwehr unter konkreten Rahmenbedingungen
    Geltungsbereiche: Deiche und sonstige Hochwasserschutzanlagen, Dämme von Kläranlagen und erwerbswirtschaftlich genutzten Fischteichanlagen
     
  2. Erstattung des Mehraufwands für die Gewässerunterhaltungsverbände für Beseitigung, Prävention und Vermeidung von Biberschäden 
    Geltungsbereich: Gewässer 2. Ordnung
    Erstattung: 50 Prozent des Mehraufwands
    Bagatellgrenze: 20.000 Euro
    Beginn: 3. Quartal 2015 (in Abhängigkeit von der Verabschiedung des Landeshaushalts) jährliches Volumen: 300.000 Euro
     
  3. Förderung von Präventionsmaßnahmen aus der ELER-Richtlinie „Natürliches Erbe“ mit  bis zu 700.000 Euro in der EU-Förderperiode bis 2020
    Sicherung von Dämmen in Teichgütern, Material zur Sicherung von Gehölzen, Deichanlagen und Dämmen, Anlage von Drainagen
     
  4. Maßnahmen im Lebensraum des Bibers Greening-Maßnahmen im Rahmen der Agrarförderung; gezielt für die Anlage von Gewässerschutzstreifen, Vertragsnaturschutz für die Anlage von Ackerrandstreifen an Gewässern
     
  5. Einstellung von zwei Bibermanagern Finanzierung durch das Agrar- und Umweltministerium
     
  6. Verbesserung des Vollzugs in den Landkreisen: Arbeitsgremien auf Kreisebene mit Gewässerunterhaltungs- und Naturschutzverbänden gegebenenfalls unter Einbeziehung des Agrar- und Umweltministeriums zur Entschärfung von Konflikten, Diskussion von Lösungsmöglichkeiten, Prioritäten der Vollzugsarbeit. Überarbeitete Vollzugshinweise des Ministerium für den Vollzug des Artenschutzrechts in den Kreisen und Kreisfreien Städten
     
  7. Evaluierung des Maßnahmenkonzepts nach zwei Jahren

In Umsetzung des 7 Punkte- Programms zum Bibermanagement haben am 15. September 2015 die beiden Biberbeauftragten für das Land Brandenburg im Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft ihre Arbeit aufgenommen.

Die Biberbeauftragten sind

  • Ansprechpartner und Mittler für Betroffene, für Unterhaltungspflichtige und für Behörden, im Spannungsfeld zwischen Artenschutz, Gewässerunterhaltung und Hochwasserschutz
  • behilflich beim Auffinden von Konfliktlösungen im Einzelfall
  • behilflich bei der Planung und Umsetzung konkreter Maßnahmen zur Minderung, Vermeidung und Beseitigung von Biberschäden und bei der Einholung erforderlicher Zulassungen
  • auskunftsfähig über Fördermöglichkeiten von Präventionsmaßnahmen
  • sie prüfen die Anträge auf „Zuschüsse für Mehraufwendungen bei der Gewässerunterhaltung durch den Biber“ und führen die Vorortkontrollen durch
  • zuständig für Öffentlichkeitsarbeit und sollen ein landesweites Netz von ehren­amtlichen Biberberatern aufbauen und diese im Umgang mit Konflikten schulen.
  • sie informieren über die ökologische Bedeutung des Bibers, seine Schutzstatus und werben für Akzeptanz.

Kontaktdaten der Biberbeauftragten  für das Land Brandenburg:

Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft 
des Landes Brandenburg (MLUL)
Henning-von-Treskow-Str. 2-13
Haus S, Raum 1.086
14467 Potsdam
Postanschrift: Postfach 601150,  14410 Potsdam

Caroline Lenk
Telefon: 0331 866 7809
E-Mail: Caroline.Lenk@MLUL.Brandenburg.de

Undine Schubert
Telefon: 0331 866 7808
E-Mail: Undine.Schubert@MLUL.Brandenburg.de

Letzte Aktualisierung: 07.11.2017