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Machbarkeitsstudie Tagebaurestseen Schwarze Elster

Machbarkeitsstudie zur Nutzung der Tagebauseen im Gebiet der Schwarzen Elster für den Hochwasserrückhalt

Blunoer Südsee - Restloch Nordschlauch Im Ergebnis der im Mai 2011 vorgelegten "Potentialstudie zur dauerhaften Nutzung von Tagebauseen in den Einzugsgebieten von Spree und Schwarzer Elster für eine verbesserte Hochwasservorsorge und -bewältigung" wurden erhebliche Potenziale für den Rückhalt bei Hochwasserereignissen für die sogenannte "Erweiterte Restlochkette" (ERLK) mit dem Ziel der Scheitelabsenkung im weiteren Verlauf der Schwarzen Elster festgestellt.

Um die in der Studie identifizierten Potenziale hinsichtlich Machbarkeit und Wirksamkeit vertiefend zu untersuchen, wurde anschließend an die Potenzialstudie vom Landesamt für Umwelt (LfU) eine Machbarkeitsstudie ("Machbarkeitsstudie zur Nutzung der Tagebauseen im Gebiet der Schwarzen Elster für den Hochwasserrückhalt") beauftragt. Ziel der Studie war, ausgehend von einer Analyse des Ist-Zustands, unterschiedliche Varianten der Flutung der Tagebauseen mit differenzierten Randbedingungen zu untersuchen. Mögliche Probleme bei der Umsetzung der identifizierten Vorzugsvariante eines Bewirtschaftungskonzeptes sollten aufgezeigt und der entsprechend erforderliche weitere Untersuchungsbedarf identifiziert werden. Nicht Gegenstand der Studie waren Detailuntersuchungen wie detaillierte Grundwassermodellierungen oder hydronumerische Nachweise der sich einstellenden Verhältnisse innerhalb der Tagebauseen.

Die Bearbeitung der Aufgabenstellung umfasste den Zeitraum Januar 2014 bis Oktober 2015. Ursache für diese verhältnismäßig zeitaufwendige Bearbeitung war unter anderem die erforderliche und zielführende kontinuierliche Abstimmung zu Zwischenergebnissen mit dem speziell zu dieser Problematik eingerichteten länderübergreifenden (Freistaat Sachsen und Land Brandenburg) Arbeitskreis "Hochwasserrückhalt in Tagebauseen".

Nach einer detaillierten Gebietsanalyse, der Bestandaufnahme und einer ausführlichen Beschreibung der Randbedingungen für die einzelnen Tagebauseen wurden in einer ersten Untersuchungsetappe insgesamt 11 verschiedene Szenarien untersucht und detailliert mittels Variantensteckbriefen beschrieben. Für verschiedene Kriterien bzw. Berechnungen wurden vereinfachende, bilanzierende Analysen vorgenommen. Generell wurden alle Untersuchungen für sechs unterschiedliche Hochwasserereignisse am Pegel Neuweise geführt. Hierfür wurden aus den langjährigen Beobachtungsreihen des Pegels Bemessungsganglinien für 3 unterschiedliche Scheitelwerte der Hochwasserwellen (33 m3/s, 54 m3/s bzw. 65 m3/s) abgeleitet. Dabei erfolgte eine Differenzierung nach sogenannten eingipfeligen und zweigipfeligen Ereignissen. Für die Variantenbewertung und den Variantenvergleich wurde letztendlich jedoch immer das ungünstigste Szenario berücksichtigt.

Für den Vergleich der Varianten mit dem Ziel der Herleitung einer Vorzugsvariante wurde ein Variantenbewertungskonzept entworfen und auf die 11 Varianten angewendet. Parallel dazu erfolgte der Nachweis der Wirksamkeit der Varianten auf die Wasserspiegellagen mittels eines Ausschnitts aus dem Hydronumerischen Modell, welches für die Untersuchungen zu den Hochwassergefahrenkarten an der Schwarzen Elster verwendet wurde.

Nach Vorstellung der Ergebnisse im Arbeitskreis "Hochwasserrückhalt in Tagebauseen" wurde eine Präzisierung der maßgeblichen Randbedingungen vereinbart, aus denen sich weitere potenzielle Maßnahmen ableiteten. Hierfür wurde die bisherige Methodik an die neuen, grundlegenden Randbedingungen adaptiert. Gleiches galt für das formell ebenfalls angewendete Konzept zum Variantenvergleich. Bis zur Herleitung einer Vorzugsvariante wurden 5 weitere Varianten betrachtet.

Als Vorzugsvariante wurde die Variante 5 ermittelt, begründet durch die definierte Zielstellung einer Minimierung des Scheitelabflusses ab unterhalb Wehr Koschen, wobei gleichzeitig dem Kriterium Hochwasserschutz/Scheitel Senftenberg die Hauptpriorität zugeordnet wurde (Konzept zum Hochwasserschutz). Die Vorzugsvariante 5 stellt auch die Basis für das vorgeschlagene grundlegende Bewirtschaftungskonzept dar.

Die Ergebnisse der nun vorliegenden Machbarkeitsstudie fließen in das Projekt "Nutzung der Tagebaurestseen Schwarze Elster" des Nationalen Hochwasserschutzprogramms (NHWSP) von Bund und Ländern ein.

Die Machbarkeitsstudie steht als Gesamtdownload (zip-Datei 15 MB) bereit.

Letzte Aktualisierung: 22.07.2016

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MLUL, Abteilung Wasser und Bodenschutz
Referat 24
"Hochwasser, Stabilisierung Wasserhaushalt"
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