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Gemeinde Sauen holt Gold im 25. Bundeswettbewerb

„Unser Dorf hat Zukunft“

Bundessieger Sauen Neues Fenster: Bild - WEB-Bundessieger-Sauen - vergrößern © MLUL

Die Sieger im 25. Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ stehen fest: Mit Gold ganz vorn dabei ist die Brandenburger Gemeinde Sauen im Landkreis Oder-Spree. Am 23. Juni hatte eine hochkarätig besetzte Jury des Bundeslandwirtschaftsministeriums die Gemeinde besucht und war offenbar beeindruckt. Silber konnte die zweite nominierte Gemeinde erreichen – Straupitz im Landkreis Dahme-Spreewald. Seit 1993 konnten Brandenburger Dörfer siebenmal Bronze, siebenmal Silber und zweimal Gold gewinnen. Am 25. Bundeswettbewerb beteiligten sich bundesweit mehr als 2.400 Dörfer.

Ansicht Sauen mit Teich © MLULDas spindelförmige Angerdorf Sauen am westlichen Rand der Spreeniederung, ein Ortsteil der Gemeinde Rietz-Neuendorf, hat gegenwärtig nur 89 Einwohner. Seit Jahren engagiert sich das Dorf in der AG „Historische Dorfkerne im Land Brandenburg“. Die vielfältigen Anregungen des Netzwerks werden intensiv genutzt, um für Sauen tragfähige Entwicklungsstrategien zu entwickeln. Begleitet durch die überregionalen Aktivitäten der August-Bier-Stiftung setzen die Sauener auf einen naturnahen Tourismus. Die aktive Umweltbildung für Schulklassen im Sauener Wald ist beispielgebend.

Sauen - Im Sinne August-Biers © MLULAugust Bier begann 1913 mit seinem großen forstökologischen Waldexperiment - den in der Forstwirtschaft verbreiteten Kiefernwald zu einem Mischwald umzubauen. In kurzer Zeit entwickelte sich aus einer dürftigen Kiefernmonokultur ein artenreicher Wald von hoher Stabilität und Krisenfestigkeit. Seit 1992 hat die „Stiftung August Bier für Ökologie und Medizin“ hier ihren Sitz. In den letzten 60 Jahren kamen aus allen Kontinenten Exkursionsteilnehmer nach Sauen.

In Sauen dominieren Gebäude mit einem Feldsteinsockel, worauf ein roter Klinkerbau steht. Diese Bauten sind größtenteils erhalten und wurden behutsam den jetzigen Wohn- und Arbeitsbedingungen angepasst. Der Ort selbst wird durch Gehölzpflanzungen geprägt, deren Anlage auf den berühmten August Bier zurück gehen, der unter teilweiser Einbeziehung älterer Gehölze ein System von Gehölzen anlegte, das sich harmonisch in den Ort einfügt.

Spreewalddame vor Dreifachwindmühle © MLULStraupitz – das Silberdorf – hat sich ganz dem naturnahem Tourismus verschrieben. Straupitz liegt am nördlichen Rand des Spreewalds und ist durch ein Hochwasserschutzprojekt von dessen Wasserwegenetz getrennt. In der Gemeinde, die zum Amt Lieberose/Oberspreewald gehört, produziert eine Mahl-, Öl- und Sägemühle als letzte Dreifachwindmühle in Europa hauptsächlich das regionale „Spreewaldgold“ – Leinöl. Unter der Adelsfamilie von Houwald entwickelte sich Straupitz zu einem blühenden Marktflecken am Spreewaldrand. Heute befindet sich im Gutshaus die Schule und ein 12 Hektar großer Landschaftspark lädt zum Spazieren ein. Die dominierende Kirche, welche nach Plänen des preußischen Architekten Karl Friedrich Schinkel erbaut wurde, lädt zur Besichtigung ein und in Sichtweite befindet sich der große Kornspeicher, der u.a. ein ehrenamtlich geführtes Café beherbergt.

Hintergrund

Engagement in Sauen © MLULBereits zum 25. Mal ehrt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft bürgerschaftliches Engagement und die ganzheitliche Entwicklung unserer Dörfer. Der Bundeswettbewerb lädt dazu ein, die gemeinschaftlichen Leistungen und Lösungsansätze zur Dorfentwicklung vorzustellen. Er ist Bestandteil des Bundesprogramms Ländliche Entwicklung (BULE), das der Förderung und Erprobung innovativer Ansätze der ländlichen Entwicklung dient.

Insgesamt gibt es im diesjährigen Bundeswettbewerb zehn Golddörfer. Diese Dörfer konnten mit herausragendem bürgerschaftlichen Engagement, beispielhaften Ideen und zukunftsweisenden Konzepten überzeugen. Darüber hinaus wurden 17 Dörfer mit Silber und sechs Orte mit Bronze geehrt. Außerdem wurden in diesem Jahr erstmals drei Sonderpreise für herausragende Projekte zur Bewältigung des demografischen Wandels vergeben, die mit je 3000 Euro dotiert sind.

Bewertungskommission in Straupitz © MLULInsgesamt haben sich 33 Dörfer für die Endrunde des Bundeswettbewerbs qualifiziert. Die Bewertungskommission ist vier Wochen lang von Dorf zu Dorf gereist. Dabei wurden unter anderem die Entwicklungskonzepte und wirtschaftliche Initiativen, soziale und kulturelle Aktivitäten, Baugestaltung und Siedlungsentwicklung sowie die aktive Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an der Planung und Gestaltung des Dorfes und seiner Umgebung bewertet. In der Bundesbewertungskommission sind neben Mitarbeitern des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft auch weitere Einrichtungen und Verbände vertreten: Deutscher Landkreistag, Deutscher Städte- und Gemeindebund, Deutscher Bauernverband, Deutscher Landfrauenverband, Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau, Verband der Gartenbauvereine, Zentralverband Gartenbau, Bund Deutscher Landschaftsarchitekten, Bundesnetzwerk Bürgerschaftliches Engagement sowie Bund Heimat und Umwelt.

Der Traditionswettbewerb ist seit 1961 fester Bestandteil ländlicher Entwicklung und soll Menschen motivieren, ihre Zukunftsperspektiven zu bestimmen und aktiv an der Verbesserung der Lebensqualität auf dem Lande mitzuwirken.

Die Siegerehrung des Dorfwettbewerbs hat im Januar 2017 auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin im Rahmen eines großen Dorffestes stattgefunden.

Festveranstaltung im CityCube - Gold für Sauen aus dem Landkreis Oder-Spree im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2017Festveranstaltung im CityCube - Gold für Sauen aus dem Landkreis Oder-Spree im Bundeswettbewerb "Unser Dorf hat Zukunft" 2016 © MLUL 

 

Weiterführende Beiträge:

  • Unser Dorf hat Zukunft 2015 - Sauen ist Landessieger

    9. Landeswettbewerb

    Plakat zum Landeswettbewerb - Unser Dorf hat Zukunft - 2014/15 Neues Fenster: Bild - Landeswettbewerb © MLUL

    Sauen ist Sieger im 9. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ 2015 und wird gemeinsam mit Straupitz, dem Zweitplatzierten, im nächsten Jahr die brandenburgischen Dörfer im Wettbewerb auf Bundesebene vertreten! Das kleinste Dorf unter den 20 Mitbewerbern auf Landesebene hat sich letztendlich durchgesetzt. Die Auszeichnung fand am 16. Oktober in Pretschen (LDS) statt, dem Landessieger 2012.


Kontakt

Referat 32 - Ländliche Entwicklung, Oberste Flurbereinigungsbehörde
Tobias Wienand
E-Mail an Tobias Wienand
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Fax: 0331-866-7603

Helke Elsner
E-Mail an Helke Elsner
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