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28.10.2016Think BIK – Naturschutz im Einklang mit der Landwirtschaft durch BetriebsIntegrierte Kompensation

Groß Machnow - Ein Modellprojekt für BIK-Maßnahmen mit Vorzeigewert für den neuen Erlass des Ministeriums für betriebsintegrierte Kompensation wird vorgestellt. Im ca. 2500 ha großen Projektraum „Zülowniederung“ setzen Landwirte BIK-Maßnahmen unter fachlicher Leitung von DVL und LPV als Ausgleichsmaßnahme für den Flughafenausbau im Auftrag der Flughafengesellschaft um.

Der Umwelt- und Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger steht vor dem Schlepper der Agrargenossenschaft Groß Machnow eG und schaut über die Fläche in der Zülowniederung. In der Hand hält er Samenkörner, die zur Etablierung von Blühstreifen ausgebracht werden sollen. „Blühstreifen sind ein ganz wichtiger Beitrag zum Artenschutz und Biotopverbund“, so der Minister. Er ist zu Besuch bei Jürgen Zimmermann, dem Leiter der Agrargenossenschaft Groß Machnow eG, die im Rahmen des BER-Flughafenausbaus Kompensationsmaßnahmen umsetzt. Eingeladen hat die Landesvertretung des Deutschen Verbands für Landschaftspflege (DVL) e.V. Anlass ist der aktuelle Erlass zu betriebsintegrierter Kompensation aus dem Ministerium für Ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft (MLUL). „Hier in der Zülowniederung sieht man ganz wunderbar, wie sich nötige Kompensationsmaßnahmen durch die permanente fachliche Begleitung eines Landschaftspflegeverbandes in den Betriebsalltag integrieren lassen“, so Linda Rehmer vom DVL Brandenburg/Berlin. Die einzelnen Maßnahmen im Erlass finden sich auch hier auf der Fläche wieder. Blühstreifen, Hecken- und Gehölzpflanzungen, Uferrandstreifen, aber auch die Anlage von Kleingewässern zum Amphibienschutz werden von der Flughafengesellschaft Berlin-Schönefeld (FBB) als Vorhabensträger finanziert.

Leiter der Abteilung Umwelt in der FBB sagt dazu: „Wir haben hier etwas Großartiges geschaffen. Zwar ist der Arbeitsaufwand nicht zu unterschätzen. Das Ergebnis allerdings kann sich schon jetzt sehen lassen.“ Auch Zimmermann zieht eine positive Zwischenbilanz. „Zunächst war ich skeptisch. Aber die unterschiedlichen Maßnahmen lassen sich auch dank der Koordination und Begleitung durch den Landschaftspflegeverband Mittelbrandenburg recht verträglich in unseren Betriebsalltag integrieren. Sofern die Finanzierung wie in unserem Fall gesichert ist, können solche landschaftspflegerischen Arbeiten positiv zum Betriebsergebnis beitragen. Und auf lange Sicht haben wir bei Verlängerung der Verträge mit dem FBB und der Unterstützung des Landschaftspflegeverbands eine solide Planungsgrundlage für unser Betriebskonzept.“

Seit Frühjahr 2013 werden auf einer 2500 ha großen Fläche erstmals großflächig betriebsintegrierte Maßnahmen umgesetzt. Auf verschiedenen Landwirtschaftsbetrieben zwischen Rangsdorf, Mittenwalde und Zossen werden so in der stark landwirtschaftlich geprägten Niederungslandschaft eine Vielzahl von Naturschutzmaßnahmen über die Laufzeit von 25 Jahren stufenweise etabliert. Auch für die Kommunen ist das eine große Aufgabe. Vertreter des Landkreises Teltow-Fläming und der Gemeinde Rangsdorf sind sich darüber einig, dass die Landschaft durch die Umsetzung der Kompensationsmaßnahmen an Struktur und damit an Attraktivität gewonnen habe. Laut der Gemeinde Rangsdorf fehle es allerdings noch an sicheren Wegeverbindungen für Radfahrer und Spaziergänger.

Neben Gehölz- und Heckenpflanzungen werden wasserbauliche Maßnahmen wie Mittelinseln und Fischaufstiegsanlagen im Zülowkanal durchgeführt und neue Kleingewässer geschaffen. Kernstück des Kompensationsvorhabens bilden allerdings 1000 ha Grün- und Ackerland. „Ganz im Sinne des neuen Erlasses des MLUL zur naturschutzrechtlichen Eingriffsregelung, fallen diese Flächen nicht dem Landfraß zum Opfer. Vielmehr integrieren sie sich in die landwirtschaftliche Nutzfläche, so dass Status und Beihilfefähigkeit erhalten bleiben. Das ist gerade für kooperierende Landwirte ein ganz wichtiger Punkt“, so Reinhard Baier, Vorstand des Landschaftspflegevereins Mittelbrandenburg.

Das ist auch den anwesenden Vertreterinnen und Vertretern des Landesbauernverbands und Kreisbauernverbands wichtig. „Landwirte sind gerne bereit, Naturschutzmaßnahmen umzusetzen. Sie müssen diese aber honoriert bekommen“, so … , Vorstand des Landesbauernverbands. „Ich freue mich, dass die betriebsintegrierte Kompensation so gut funktionieren kann. Bei der Umsetzung des Erlasses aus meinem Haus zähle ich ganz besonders auf die Kooperation mit den Landschaftspflegeverbänden vor Ort, die eine wirklich gute Arbeit leisten“, meint Jörg Vogelsänger zum Abschluss.

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