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17.08.2017Sumpfschildkröten in Brandenburg

Deutschlandweit tiefrot: Sumpfschildkröten in Brandenburg

Linum – Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger hat sich heute in der Naturschutzstation Rhinluch des Landesamts für Umwelt über das Artenschutzprojekt zum Erhalt der Europäischen Sumpfschildkröte informiert. Die Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis), die einzige Schildkrötenart Mitteleuropas, ist eine der am meisten gefährdeten Wirbeltierarten Deutschlands und deshalb auf der Roten Liste. Die Zerstörung ihrer Lebensräume sowie Fang und Handel minderten schon in vergangenen Jahrhunderten den Bestand der Sumpfschildkröten erheblich.

Vogelsänger: „In Brandenburg wird seit 1993 ein Schutzprojekt unter der Federführung der Naturschutzstation Rhinluch verfolgt. Im Rahmen des europäischen Schutzgebietsnetzwerks NATURA 2000 hat sich Brandenburg verpflichtet, die letzten Lebensräume dieser Art zu bewahren. Auch mit der Verabschiedung des Maßnahmeprogramms Biologische Vielfalt 2014 hat sich das Land ausdrücklich zum Erhalt der letzten heimischen Schildkrötenart bekannt.“

Vogelsänger informiert sich zum einen über die aktuelle Situation der stark bedrohten Art und wird zum anderen das Prozedere zur Vorbereitung der Schildkröten für ihren Weg in die freie Wildbahn kennenlernen. Hierbei werden die zirka acht Zentimeter großen, zweijähren Jungtiere aus naturnahen Freianlagen entnommen, vermessen, gewogen und individuell fotografisch dokumentiert. Mit diesem „Reisepass“ dürfen die Winzlinge auf ihren Weg in die für sie nicht ungefährliche freie Wildbahn entlassen werden. Erst 10 bis 14 Jahre später werden sie zum ersten Mal selbstständig eine Wanderung antreten, um diesmal einen Eiablageplatz auf einem der Trockenrasen im Umfeld ihrer Wohngewässer zu finden.

Die Europäische Sumpfschildkröte ist eine in Europa streng geschützte Reptilienart. Ihre deutschlandweit letzten Vorkommen liegen in den seenreichen Regionen Brandenburgs. Im Rahmen eines Artenschutzprojekts werden in diesem Jahr 53 Jungtiere in ein Wiederansiedlungsgebiet und zur Bestandsstützung in zwei bestehende Populationen ausgesetzt. Die Jungtiere stammen aus einem von der Naturschutzstation Rhinluch koordinierten Erhaltungszuchtprogramm.

Die Mitarbeiter der Naturschutzstation können inzwischen auf beachtliche Erfolge verweisen. Die Anfang der Neunzigerjahre vor allem in ehemaligen Militär- und Staatsjagdgebieten entdeckten Restvorkommen beschränkten sich auf wenige, überwiegend sehr alte Individuen. Der Gesamtbestand von damals deutlich unter hundert Tieren hat sich inzwischen mehr als verdoppelt und somit deutlich stabilisiert. Heute reproduzieren die Vorkommen wieder und es sind somit auch Jungtiere und Halbwüchsige in den Lebensräumen zu beobachten. Entscheidende Instrumente, die bis heute zum Erfolg des Projekts beitragen, sind vor allem die Renaturierung der aquatischen Lebensräume, die Anlage und Pflege von Trockenrasen im Umfeld der Wohngewässer sowie Maßnahmen zum Schutz vor Fressfeinden. Die Nester werden beispielsweise zum Schutz vor Waschbären und anderen Arten mit einem Gitter abgedeckt.

Mehr zum Thema unter:

Die Naturschutzstation Rhinluch Linum bittet um Mitteilung von Beobachtungen sowie Lebend- oder Totfunden.

Kontakt:
Naturschutzstation Rhinluch, 16833 Linum,
Nauener Straße 68, Telefon: 033922/ 902,
Norbert Schneeweiß - E-Mail: norbert.schneeweiss@lfu.brandenburg.de

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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
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