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06.03.2018Mehr Einblick in Klarwasserseen - Auftaktsymposium zum E&E-Vorhaben „Chara-Seen“

Seen mit Armleuchteralgen sind charakteristisch für die Eiszeitlandschaft. Armleuchtergewächse sind geschützt, weil sie ein wesentlicher Faktor für die Erhaltung von sauberen und klaren Seen sind, in denen sich heimische Fische wie Maränen und Hechte wohlfühlen. Der Badegast kennt diese Seen vielleicht nicht als Characeen-Gewässer, liebt sie dennoch, vor allem im Sommer: Erfrischend kühles Wasser und Sichttiefen bis vier oder fünf Meter. Auch Taucher schätzen diese Wasserqualität.

Seit etwa 15 Jahren ist, trotz naturschutzrechtlicher Sicherung vieler Seen, ein weiterer deutlicher Rückgang der Characeen-Bestände zu beobachten. Sie sind nur bei nährstoffarmen Verhältnissen konkurrenzkräftig und reagieren schnell auf Veränderungen des Nährstoffgehalts der Gewässer.

Das Interesse am Erhalt dieser herausragenden Seen ist groß und spiegelt sich in der Teilnehmerliste dieses Symposiums wider: Touristiker, Taucher, Fischer und Angler, Kommunalverwaltungen und Naturschutzbehörden.

Neben den regionalen Belangen soll mit dem Projekt auch den Verpflichtungen aus der EU-Wasserrahmenrichtlinie und der Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie für einen guten Zustand der Gewässer und ihres charakteristischen Arteninventars Rechnung getragen werden. Seen mit Armleuchteralgen gehören zu den europaweit geschützten Lebensräumen.

Mit dem E&E-Vorhaben sollen daher geeignete Maßnahmen entwickelt und erprobt werden, die den Rückgang der Characeen-Rasen effizient stoppen bzw. langfristig umkehren können. Hieraus sollen belastbare Empfehlungen für eine möglichst breite Umsetzung abgeleitet werden. Als Grundlage für die praktische Erprobung sind zunächst Voruntersuchungen erforderlich, um an ausgewählten Seen die konkreten Ursachen für den anhaltenden Rückgang zu ermitteln und die Realisierungsmöglichkeiten entsprechender Maßnahmen abschätzen zu können.

Einmalig an dem Vorhaben ist auch die Kooperation von staatlichen Stellen der Länder Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg mit Naturschutzorganisationen, wie dem WWF und dem NABU, unter der Trägerschaft des Fördervereins der Naturparke Feldberg und Uckermärkische Seen.

 

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) fördert das Projekt mit rund 565.000 Euro. Hinzu kommen 50.000 Euro Drittmittel von NABU und WWF sowie Eigenmittel des Fördervereins Feldberg-Uckermärkische Seenlandschaft. Zur Unterstützung des Vorhabens wurden 2017 fischökologische und hydrochemische Untersuchungen im Umfang von mehr als 150.000 Euro durch das Landesamt für Umwelt ausgeschrieben.

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MLUL, Referat MB 2
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
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