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07.03.2018Staatssekretärin Schilde zur Situation der Milcherzeuger: Generalversammlung des Landeskontrollverbands

Seddiner See – Trotz der wieder ansteigenden Kurve im Jahr 2017 beim Absatz von Milch und Milchprodukten ist der Bestand an Milchkühen im Land Brandenburg im vergangenen Jahr um 1.400 auf aktuell 151. 000 Tiere zurückgegangen. Auf diese ambivalente Entwicklung hat Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde heute in ihrem Grußwort anlässlich der Generalversammlung des Landeskontrollverbands Berlin-Brandenburg eV (LKV) an der Heimvolkshochschule am Seddiner See hingewiesen.

Brandenburger Milcherzeuger gehören nach wie vor zur Spitze in Deutschland. So wurden 2017 rund 1,24 Millionen Tonnen Milch erzeugt. Das waren allerdings zwei Prozent weniger als 2016 und sogar acht Prozent weniger als 2015. Brandenburger Kühe gaben im Prüfjahr 2016/17 9.477 Kilogramm Milch. 70 Prozent der 5.400 Brandenburger Betriebe halten Tiere. Etwa die Hälfte des Produktionswerts der Brandenburger Landwirtschaft kommt aus der Tierhaltung. Diese sichert die meisten der 39.000 Arbeitsplätze in der Landwirtschaft.

Auch deshalb sollen aktuell über 20 Millionen Euro für die Richtlinie „Widrige Witterungsverhältnisse 2017“ bereitgestellt werden. Damit sollen die Landwirtschaftsbetriebe und Unternehmer im Gartenbau unterstützt werden, die im vergangenen Jahr unter Wetterextremen besonders zu leiden hatten. Über 180 Betriebe haben die Möglichkeit genutzt, einen Antrag zu stellen. Am 9. März soll der Nachtragshaushalt im Landtag beschlossen werden, der dann die Voraussetzungen für Bewilligungen durch die ILB schafft. Eine frühere Bearbeitung war auch deshalb nicht möglich, weil die Betriebe für die Antragstellung das Betriebsergebnis 2017 vorlegen mussten.

Die Volatilität der Preise am Milchmarkt ist für die Branche eine große Herausforderung. Sie erschwert eine langfristige Planung und erfordert gesteigerte Risikomanagementmaßnahmen. Konkrete Ansatzpunkte für die Stabilisierung des Sektors liegen aus Sicht der Staatssekretärin in einer engen und schlagkräftigen Zusammenarbeit in der Wertschöpfungskette Milch, Modernisierung der Lieferbeziehungen, Erhöhung der Wertschöpfung und die Weiterentwicklung des bestehenden Sicherheitsnetzes.

Ausgestaltung der neuen EU-Förderperiode

Schilde: „Bereits heute haben wir mit unseren Fördermaßnahmen wie der einzelbetrieblichen Investitionsrichtlinie oder der Richtlinie zur Marktstrukturverbesserung Unterstützungsmöglichkeiten. Ganz wesentlich für die erfolgreiche Zukunft der Milcherzeugung wird eine zielorientiertere Ausgestaltung des Direktzahlungssystems in der kommenden EU-Förderperiode sein. Wir treten weiter für ein Zwei-Säulen-System und eine starke erste Säule der Agrarförderung ein. Diese ist nach wie vor ein wichtiger Faktor der Einkommenssicherung für unsere Landwirte.“

Brandenburg hat sich wie alle Bundesländer gegenüber dem Bund dafür ausgesprochen, dass in den Verhandlungen für die EU-Förderperiode ab 2020 zur Umsetzung der gemeinsamen europäischen Ziele -  Umweltschutz, Erhalt der biologischer Vielfalt, Tierwohl, Bewältigung des Klimawandels und Erhalt der natürlichen Ressourcen – mindestens das bislang verfügbare Finanzvolumen erhalten werden muss.

Hilfsprogramme für den Milchmarkt wirken

Von dem Milchmengenreduktionsprogramm, das vom Bund in der  Phase der Milchkrise aufgelegt wurde, profitierten landesweit 145 Milchviehhalter mit insgesamt 2,4 Millionen Euro Beihilfe. Voraussetzung war, dass die Betriebe zur Marktentlastung ihre Milchlieferungen Ende 2016/Anfang 2017 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verringern mussten.

Weiterhin haben 227 Brandenburger Betriebe die Milchsonderbeihilfe in Anspruch genommen. Dieses Programm wurde hälftig von der EU und dem Bund finanziert und kam Betrieben zugute, die vom Februar bis April 2017 ihre Milchlieferungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum nicht erhöht hatten. Brandenburger Betriebe erhielten rund 5,5 Millionen Euro Beihilfe aus diesem Programm.

Zur Umsetzung des Tierschutzplans

Für die Umsetzung des Tierschutzplans will das Agrarministerium zusätzliches Personal in den Haushaltsverhandlungen für die Jahre 2019/2020 geltend machen, das neben der Umsetzung und Evaluation auch den Aufbau eines Netzwerks von Modell- und Demonstrationsbetrieben vorantreiben soll.

Während so wichtige Fragen wie das Verbot der Schlachtung tragender Kühe bereits bundesrechtlich geregelt sind, bedürfen eine Reihe von Maßnahmen aus dem Tierschutzplan noch der Umsetzung. Im investiven Bereich wird geprüft, inwieweit Maßnahmen für mehr Tierwohl noch besser gefördert werden können. Hierbei wird die Berater-Richtlinie große Rolle spielen. Derzeit ist der Richtlinienentwurf im Ministerium und innerhalb der Landesregierung abzustimmen. So ist vorgesehen, pro Betrieb bis zu 1.500 Euro für Beratungsleisten zu fördern.

Ein aktuelles Beispiel für die  Förderung und Unterstützung des Tierwohls in der Brandenburger Tierhaltung ist auch das aus dem Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raumes (ELER) geförderte EIP-Projekt zur Entwicklung des „KUH-mehr-WERT Navigators“ zur besseren Vereinbarkeit von Leistung und Tiergesundheit. Projektziel ist, Milchviehhaltern ein Werkzeug zur Verfügung zu stellen, das es ermöglicht, Problembereiche besser zu identifizieren, fundierte Entscheidungen auf Kuh- beziehungsweise Betriebsebene zu fällen sowie Veränderungen bei Risikofaktoren zeitnah zu erkennen. Risiken, die die Leistungsfähigkeit und Tiergesundheit beeinträchtigen, sollen erkannt und kontinuierlich minimiert werden.

www.eip-agri.brandenburg.de

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