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18.04.2018Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde als Gastgeber: Deutschsprachige Waldforschungseinrichtungen in Angermünde

Termin:  Donnerstag, 19. April
Zeit: 11:00 Uhr
Treffpunkt: 16278 Angermünde
Markt 24
Rathaus (direkt am Markt)
Ratssaal

AngermündeAm Donnerstag (19. April) begrüßt Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger im uckermärkischen Angermünde die Leiter der forstlichen Versuchsanstalten aus den deutschsprachigen Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz.  Angermünde wurde vom gastgebenden Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) als Tagungsort gewählt, weil im Rahmen des Treffens eine Exkursion in das Weltnaturerbe Grumsiner Forst angeboten wird.

Vogelsänger: „Die forstlichen Versuchsanstalten schaffen den wissenschaftlichen Vorlauf, um die Waldbesitzer, seien es öffentliche oder private, beraten zu können. Eine solide Grundlage dafür sind die langfristigen Versuchsflächen und das forstliche Umweltmonitoring.“

Besonders die hohen Risikofaktoren wie großflächige Kiefernreinbestände, sandige Böden mit wenig Wasserspeicherkapazität, Waldbrandgefahr und noch immer überhöhte, verbeißende Schalenwildbestände erschweren eine Waldbewirtschaftung. Dazu kommen langanhaltende Trockenphasen, extreme Witterungsereignisse und eine hohe Sonneneinstrahlung.

188 Jahre forstliche Forschung und Lehre in Brandenburgs „Forsthauptstadt“

„Ich denke, dass unser Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde für die aktuellen forstwissenschaftlichen Herausforderungen sehr gut aufgestellt ist“, so der Minister weiter: „Als besonders starke Kompetenzen möchte ich die forstliche Umweltkontrolle und den Waldschutz nennen.“

Vogelsänger plädiert dafür, forstwissenschaftliches Knowhow im Rahmen von Kooperationen besser auszuschöpfen: „Schon jetzt gibt es vertraglich vereinbarte Leistungen zwischen Brandenburg und anderen Bundesländern, zum mit Beispiel Mecklenburg-Vorpommern und Berlin.“

Gerade Eberswalde hat sich seit dem 19. Jahrhundert im Netzwerk wichtiger forstwissenschaftlicher Einrichtungen profiliert. Am 1. Mai 1830 wurde hier die Höhere Forstlehranstalt gegründet.

Große Forscherpersönlichkeiten wie Wilhelm Pfeil, der Begründer der forstwissenschaftlichen Lehre, oder Adam Schwappach, Bernhard Danckelmann oder auch Alfred Möller haben dazu beigetragen, dass Eberswalde heute Brandenburgs „Forsthauptstadt“ ist.

Die am 8. April 1946 gegründete Forst-Akademie in Eberswalde als Teil der Humboldt-Universität zu Berlin konnte bis zu ihrer Zwangsschließung aus politischen Motiven durch die DDR-Behörden an die große Forschungstradition an diesem Standort bis zum Ende der Weimarer Republik anknüpfen.

Auch unter den schwierigen Bedingungen der Abschottung der DDR gelang es, nach Schließung des Lehrbetriebs mit dem 1963 gegründeten Institut für Forstwissenschaften den Standort Eberswalde im Netzwerk nationaler und internationaler Forschung auf hohem Niveau zu profilieren.

Vogelsänger: „Bis heute haben namhafte forstwissenschaftliche Einrichtungen in Eberswalde ihren Sitz. Jede Institution hat ihre Stärken – diese gilt es zu bündeln und zum gegenseitigen Nutzen anzuwenden. Dies ist auch der Grund, warum Brandenburg sich darum bewirbt, das neu zu schaffende Bundeskompetenzzentrum Forst und Holz in Eberswalde zu etablieren.“

Die 1992 gegründete Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) ist die wichtigste Ausbildungsstätte für den akademischen Nachwuchs in den Forstwissenschaften in Nordostdeutschland.

Aktuell profiliert sich Brandenburgs Forstwissenschaft insbesondere in Verbundprojekten zum Klimawandel, mit Untersuchungen zum standortgerechten Waldbau – gerade auch in pleistozän geprägten Regionen, mit der Verbesserung einer nachhaltigen Waldbewirtschaftung oder auch beim Monitoring beziehungsweise der Eindämmung von biotischen und abiotischen Waldschäden.

Das Treffen der Forstlichen Versuchsanstalten Deutschlands, Österreichs und der Schweiz hat eine sehr lange Tradition und geht auf Bernhard Danckelmann zurück, der als Direktor der Höheren Forstlehranstalt in Eberswalde im 19. Jahrhundert die Leiter der damaligen Forstlichen Forschungsanstalten im deutschsprachigen Raum zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen hatte. Das Treffen findet jährlich in einem anderen Bundesland statt. Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde war nach 1990 bereits zweimal Gastgeber der Veranstaltung.

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Dr. Jens-Uwe Schade
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Tel.: 0331/ 866 -7016
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