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21.06.2018Nitratbelastung in Brandenburg gering – Projekt Stickstoffeinträge wird fortgesetzt

Potsdam – Das heute veröffentliche EuGH-Urteil zur Nitratbelastung in Gewässern in Deutschland sieht das Brandenburger Umweltministerium als Bestätigung an, in dem Bemühen, Nährstoffeinträge weiter zu reduzieren, nicht nachzulassen. Auf ihrer Frühjahrstagung am 7. Juni haben die Umweltminister der Länder in Bremen einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Die Länder haben danach den Bund aufgefordert, den hier vorgelegten Bericht „Grundwasserschutz als nationale Aufgabe - Weitergehende Schritte zur Reduktion der Nährstoffeinträge“ bei einer späteren Evaluierung des Düngerechts im Rahmen der EG-Nitratrichtlinie heranzuziehen.

Bei ihrer Beurteilung beziehen sich die Luxemburger Richter heute allerdings auf die Situation im Jahr 2012. Die Verschärfungen und dadurch erwarteten Verbesserungen aus dem Jahr 2017 wurden noch nicht berücksichtigt. Sie werden auch erst nach und nach messbar sein. Die deutsche Düngegesetzgebung war 2017 novelliert worden, um die Quellen für Nitrateinträge besser zu identifizieren beziehungsweise abzustellen. Brandenburg hat an der Überarbeitung der Düngeverordnung aktiv mitgewirkt.

Neben der Ursachenforschung und Maßnahmen gegen überhöhte Einträge werden vom Land weiterhin im Rahmen der Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen Förderprogramme angeboten, die sich auf den Gewässer- und Bodenschutz positiv auswirken. Dazu gehört beispielsweise das Förderprogramm für den ökologischen Landbau, der inzwischen auf beachtliche 11 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzfläche ausgeweitet werden konnte.

In Brandenburg ist die Nitratbelastung von Gewässern geringer als im Bundesdurchschnitt, wie der Nitratbericht der Bundesregierung belegt. Ein Grund für die im Ländervergleich günstige Situation sind die für ein Flächenland vergleichsweise geringen Tierbestände, die mit 0,46 GVE/ha (Großvieheinheiten je Hektar) deutlich unter den 2 GVE/ha liegen, die im Rahmen einer ökologischen Kreislaufwirtschaft vertretbar wären. Dennoch wird derzeit im Rahmen des Projekts „Stickstoffeinträge“ im Land Brandenburg im Anstrombereich von 11 Messstellen aufgeklärt, woher hier die höheren Nitratmesswerte herrühren. Die Überschreitung der Schwellenwerte kann verschiedene Ursachen haben. An der Grundwassermessstelle Zachow im Landkreis Havelland wurde bereits festgestellt, dass die hohen Werte nicht durch einen falschen Einsatz von Düngemitteln durch Landwirte zurückzuführen sind, sondern durch die Nähe der Messstelle zu einem in DDR-Zeiten als Umschlagplatz für Düngemittel genutzten Areal.

Nicht nur beim Grundwasser, auch bei Oberflächengewässern ist landesweit ein Rückgang bei Nitraten messbar.

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