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13.08.2018Neue EIP-Projekte: Mit der Kraft der Sonne im Beerengarten und Konzept gegen Befall durch Sanddornfruchtfliege

Termin: Dienstag, 14. August 2018
Zeit: 10.15 Uhr MoPlaSa – Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege
10.45 Uhr SunBot – Emissionsfreie Strauchbeeren-Produktion
Ort: Sanddorn-Garten Petzow, Fercher Straße 60, 14542 Werder (Havel)

Petzow – Gleich zwei wissenschaftlich betreute Gartenbau-Projekte werden morgen (14. August) mit der Übergabe der Zuwendungsbescheide durch Brandenburgs Agrarstaatssekretärin Carolin Schilde offiziell gestartet. Für das im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft EIP beantragte Forschungsvorhaben MoPlaSa werden für die kommenden Jahre 1,14 Millionen Euro für das Projekt SunBot 1,6 Millionen Euro zur Verfügung gestellt.

MoPlaSa - Entwicklung einer modulbasierten Pflanzenschutzstrategie unter Berücksichtigung nachhaltiger und umweltschonender Verfahren zur Bekämpfung der Sanddornfruchtfliege

Sanddorn wird in Brandenburg auf 370 Hektar angebaut und ist nach Apfel und Süßkirsche die Obstart mit der drittgrößten Anbaufläche. 90 Prozent der Sanddornflächen werden nach den Grundsätzen des ökologischen Landbaus bewirtschaftet. Besonders diese Flächen sind durch das massive Auftreten der Sanddornfruchtfliege (Rhagoletis batava) stark bedroht. Ohne eine praxis- und zeitnahe Bekämpfungsstrategie ist die Zukunft des Sanddornanbaus in Norddeutschland und damit auch in Brandenburg stark gefährdet. Das Projekt setzt auf verschiedene nicht-chemische Einzelmaßnahmen (Module), die nach einem Baukastenprinzip zu einem Gesamtkonzept verbunden werden sollen. Parameter für die Auswahl der geeigneten Modulkombinationen sind der Befallsdruck, die Bewirtschaftungsweise (ökologische oder integrierte Produktion), das Sortenspektrum, die Bodenvoraussetzungen sowie Klima- und Witterungseinflüsse.

Als Projektpartner arbeiten vier Anbaubetriebe mit. Die zu erprobenden Einzelmodule umfassen Fallen, mechanische Bodenbearbeitungen, Barrieren, Makro- und Mikroorganismen, die Betrachtung der Sortenanfälligkeit und den Einsatz von mobiler Hühnerhaltung.

Die herausgearbeiteten Handlungsempfehlungen sollen den Sanddorn-Anbauern anschließend in einem Handbuch und in Kurzvideos zugänglich gemacht.

Koordinatorin:
Dr. Sandra Lerche
Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) e. V
E-Mail: sandra.lerche@zalf.de
Telefon: 033432/ 821 85

Weitere Projektbeteiligte:

  • agrathaer GmbH
  • e-nema GmbH
  • Forst Schneebecke
  • Gut Schmerwitz GmbH & Co.KG
  • Havelfrucht Werder GmbH
  • Humboldt-Universität zu Berlin
  • Internationale Geotextil GmbH (IGG)

Projektlaufzeit 2018 – 2022

SunBot - Emissionsfreie Strauchbeeren-Produktion 

Im Obst- und Beerenanbau stellt die Anzahl notwendiger Pflegemaßnahmen eine Herausforderung dar. Aus Kostengründen wird das Optimum oft nicht erreicht. Einbußen an Ertrag und Qualität sind die Folge und die Wettbewerbsfähigkeit leidet. Außerdem kommt es oft zu zeitlichen Überschneidungen von Pflegemaßnahmen, während die Mitarbeiter gerade in der Ernte gebraucht werden. Ein Lösungsansatz ist, Pflegearbeiten autonom ausführen zu lassen oder sogar in die Nachtstunden zu verlegen. Wo entsprechende Anlagen zur Selbsterzeugung elektrischer Energie vorhanden sind, würden Obstbaubetriebe diese auch gern selbst nutzen. Bisher fehlt es hierbei jedoch noch an technischen Lösungen für die Umstellung auf Elektroantriebe.

Das Projekt soll zeigen, dass gezielte und häufigere Pflegemaßnahmen Ertrag und Qualität der Strauchbeeren verbessern und so  eine höhere Wertschöpfung ermöglichen. Durch die Optimierung des Verfahrens soll die Effektivität des Strauchobstanbaus gesteigert werden. Das erfolgt durch die Automatisierung der Pflegemaßnahmen. Hierzu wird ein fahrerloser, elektrischer Traktor zur autonomen Unterwuchspflege entwickelt. Durch die Verwendung von selbsterzeugter Sonnenenergie für den Traktorantrieb können sowohl die Emissionen als auch die Energiekosten gesenkt werden. Elektromechanische Zusatzantriebe gewährleisten dabei die Kompatibilität vorhandener Anbaugeräte.

Durchführung Durch den Einsatz von autonomer, elektrisch angetriebener Technik lassen sich Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit und Umweltschutz verbessern. Es werden marktverfügbare E-Traktorkomponenten und Selbstfahr-Navigationssysteme beschafft. Mit Eigenentwicklungen wird daraus ein praxistauglicher Demonstrator eines selbstfahrenden, elektrischen Traktors aufgebaut. Für das Mähen wird ein neuartiges, leistungseffizientes elektrisches Schneidwerk getestet. Die Energiebereitstellung erfolgt durch die hofeigenen Photovoltaikanlagen. Im Rahmen des Projekts soll eine Energiestation gebaut werden, über die der Traktor aufgeladen werden kann. Untersucht werden der Einfluss der Pflegemaßnahmen, die Verfahrenskosten, die Arbeitsbelastungen und der Energiebedarf.

Koordinatorin:
Prof. Dr.-Ing. Cornelia Weltzien
OG SunBot c/o ATB Leibniz-Institut für Agrartechnik und Bioökonomie e.V
E-Mail: cweltzien@atb-potsdam.de
Telefon: 0331/ 569 94 10

Weitere Projektbeteiligte:

  • Bauernhof Weggun GbR
  • Biohof Schöneiche
  • ESM Ennepetaler Schneid- und Mähtechnik GmbH & Co. KG
  • HNE Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde
  • Hochschule Düsseldorf - FMDauto
  • Hydac Software GmbH
  • MCE GmbH Energiespeichersysteme
  • Obsthof Raik Neumann

Versuchs- und Kontrollring für den Integrierten Anbau von Obst und Gemüse im Land Brandenburg e. V.

Projektlaufzeit

2018 – 2022

EIP in Brandenburg

Die EIP-Projekte werden von Praktikern, Wissenschaftlern, Beratern, Unternehmen sowie Verbänden und Vereinen in Netzwerken umgesetzt. Für das Programm werden von der Europäischen Kommission im Rahmen des Agrarfonds ELER beachtliche Fördermittel zur Verfügung gestellt, um Forschung und Wertschöpfung in der Agrar- und Ernährungswirtschaft zu unterstützen. Dafür stehen im Land Brandenburg bis 2020 25,6 Millionen Euro zur Verfügung. Organisatorisch umgesetzt wird die Arbeit, indem Landwirte, Wissenschaftler und andere Akteure Operationelle Gruppen gründen. Die Landwirte übernehmen dabei eine Schlüsselrolle: Ihre Probleme bestimmen die Forschungsagenda. Sie sind gleichzeitig Akteure im Prozess der Lösungsfindung und auch die ersten Nutzer der zu erwartenden Ergebnisse.

Weitere Hinweise zu diesem und anderen Brandenburger EIP-Projekten einschließlich der Projektblätter bietet die Homepage:

www.eip-agri.brandenburg.de

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Kontakt:

MLUL, Referat MB 2
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
Internationale Kooperation
Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
E-Mail an Dr. Schade