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13.09.2018Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“

Sauen – Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger hat heute in Sauen, der Siegergemeinde von 2015, gemeinsam mit dem Geschäftsführer des Städte- und Gemeindebundes Jens Graf die Sieger des 10. Landeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ bekanntgegeben und ausgezeichnet. Die Jury hat sich für die Spreewaldgemeinde Dissen entschieden. Auf den zweiten Platz kam Garlitz. Die beiden Siegergemeinden werden Brandenburg im nun anstehenden Bundeswettbewerb vertreten.

„Dieser Dorfwettbewerb ist etwas ganz Besonderes, denn er zeigt eindrucksvoll,

dass der ländliche Raum dort eine große Zukunft hat, wo er den Menschen ein attraktives Lebensumfeld bietet, weil viele vor Ort bereit sind, ihre Heimat aktiv mit zu gestalten“, erklärte Minister Vogelsänger.

Der Wettbewerb gilt als größte Bürgerbewegung Deutschlands, weil er bundesweit seit mehr als 55 Jahren die Menschen auf dem Lande bewegt. Seit nunmehr 25 Jahren sind auch die Brandenburger dabei. Diesmal beteiligten sich 85 Dörfer am Wettstreit um den Titel „Landessieger“. Im Rahmen des Wettbewerbs geht es um lebendige Dörfer, die den Menschen Zukunftsperspektiven bieten. Ökonomische, städtebauliche, soziale und ökologische Aspekte werden von einer Bewertungskommission beurteilt. Insbesondere geht es dabei um die Dorfgemeinschaft, die Eigenverantwortung und Engagement verbindet sowie Mensch, Natur und Umwelt in Einklang bringt.

Der Sieger (Dissen) erhält ein Preisgeld in Höhe von 10.000 Euro, der Zweitplatzierte (Garlitz) bekommt 5.000 Euro. Die Gemeinde auf dem dritten Platz (Neutrebbin) kann sich über 3.000 Euro freuen. Darüber hinaus wurden vier Dörfer mit Sonderpreisen in Höhe von jeweils 1.000 Euro für besonders herausragende Aktivitäten geehrt.

Sieger im 10. Landeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“:

Dissen (Landessieger), niedersorbisch Dešno, ist ein Ortsteil der Gemeinde Dissen-Striesow, liegt im Landkreis Spree-Neiße knapp zehn Kilometer nordwestlich von Cottbus und gehört zum amtlichen Siedlungsgebiet der Sorben/Wenden. Dissen hat mit seiner gelebten Symbiose aus beliebtem Wohnort und Ausflugsziel, als Storchen- und Museumsdorf die Bewertungskommissionen in allen Bereichen überzeugt. Beispielgebend sind die Aktivitäten zur Erarbeitung eines Leitbildes für das Jahr 2030 mit dem langfristigen Ziel staatlich anerkannter Erholungsort zu werden sowie die umfangreichen Bestrebungen zur Revitalisierung und Pflege der sorbischen/wendischen Kultur. Die Bedeutung der dörflichen Baugestaltung und -entwicklung für eine zukunftsorientierte Dorfentwicklung sind erkannt und werden durch die intensive Nutzung planerischer Instrumente positiv befördert.

Garlitz (2. Platz) ist ein Ortsteil im Westen der Gemeinde Märkisch Luch im Landkreis Havelland. Die Bewertungskommission beeindruckte insbesondere, wie die Bürgerinnen und Bürger ihre Zukunft aktiv gestalten. Im Rahmen des sogenannten „Garlitzer Stammtisches“ haben die Garlitzer in Form von verschiedenen Workshop-Reihen Ideen und Vorschläge erarbeitet, wie sich Garlitz bis zum Jahr 2030 entwickeln soll. Eine Evaluierung des Umsetzungsstandes nach fünf Jahren ist für die Garlitzer ebenso selbstverständlich wie ein Patenschafts-Modell, dass die Umsetzung der im Rahmen des „Garlitzer Stammtisches“ entwickelten Vorhaben erfolgreich befördern soll. Bemerkenswert ist zudem, dass die Garlitzer in Form des  Garlitzer Geschichtenwegs regionale Geschichte erlebbar machen und den Besucher an der historischen Entwicklung und Veränderung von Garlitz teilhaben lassen.

Neutrebbin (3.Platz) liegt rund 60 Kilometer östlich von Berlin im Landkreis Märkisch-Oderland und ist das größte Kolonistendorf im Oderbruch. Den Neutrebbinern ist es eindrucksvoll gelungen, ihre Gemeinde unter Wahrung der eigenen historischen Identität und unter Nutzung der einzigartigen denkmalgeschützten Bausubstanz als lebenswerten, aktiven und familienfreundlichen Ort mit einem hohen Sinn für Gemeinschaft zu entwickeln. Bemerkenswert ist dabei, dass Neutrebbin ein „Wiederholungstäter“ ist und in den vergangenen Jahren sich mehrmals am Dorfwettbewerb beteiligt hat. Die Teilnahme wird jeweils genutzt, Fazit zu ziehen und sich neuen Zielen und Projekten zu stellen - erfolgreich, wie Neutrebbin schon durch die Silbermedaille am Europäischen Dorfwettbewerb 2014 bewies. Neutrebbin entwickelte sich stetig zu einem gemeindlichen Zentrum im Oderbruch mit über 100 ortsansässigen Unternehmen und ist auch durch überregionale Aktivitäten der Vereine zu einem Anziehungspunkt für das Umland geworden.

Barsikow (Sonderpreis für den herausragenden Umgang mit den Herausforderungen des digitalen Wandels) ist ein Ortsteil der Gemeinde Wusterhausen/Dosse (Landkreis Ostprignitz-Prignitz). Die 185 Barsikower stellen sich aktiv den Herausforderungen des digitalen Wandels und erarbeiten gegenwärtig eine IT-Strategie für ihren Ort, die vor allem die älteren Mitbürger aktiv einschließt.

Berge (Sonderpreis für vorbildlichen Einsatz zum Erhalt der sozialen Infrastruktur) liegt im Nordosten des Landkreises Prignitz und grenzt an die Landesgrenze von Mecklenburg Vorpommern. Für seine Größe (412 Einwohner) und Lage verfügt Berge über eine ungewöhnlich reiche Infrastruktur (unter anderem eine Grundschule mit eigener Schwimmhalle, Kindergarten, Einkaufszentrum, Allgemeinmediziner), deren Erhalt auf eine Gemeinschaftsleistung verschiedener Akteure sowohl des Haupt- als auch des Ehrenamtes zurückzuführen ist.

Rädigke (Sonderpreis für herausragende kulturelle Aktivitäten) ist ein Ortsteil der Gemeinde Rabenstein/Fläming (Landkreis Potsdam-Mittelmark) und ist mit 155 Einwohnern der kleinste Teilnehmerort. In Rädigke findet man die erste Gasthofbibliothek Deutschlands mit einem Bestand von mehr als 4.000 Büchern und rund 960 Lesern. Lesestein- und Literaturwege sowohl für Erwachsene als auch Kinder nehmen groß und klein mit auf eine Reise in die Weltliteratur oder die Helden der Kindheit.

Wahlsdorf (Sonderpreis für herausragende Aktivitäten zur Nutzung erneuerbarer Energien) ist mit 294 Einwohnern ein Ortsteil der Stadt Dahme/Mark (Landkreis Teltow-Fläming). Die Wahlsdorfer leisten bereits seit 2014 aktiv einen Beitrag zur Energiewende. Die von den Bürgerinnen und Bürgern initiierte und selbst getragene Wärmegenossenschaft Wahlsdorf e.G. nutzt die Abwärme der am Ortsrand gelegenen Biogasanlagen zur Versorgung öffentlicher und privater Haushalte mit Wärme. Die jährliche Einsparung von vergleichsweise 210 Tonnen Heizöl und 540 Tonnen CO2 spricht für sich.

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