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16.10.2018Vogelsänger unterstützt Schutz des Europäischen Aals

Termin: Donnerstag, 18. Oktober 2018
Zeit: 08:30 Uhr
Ort: Hafen der Weißen Flotte
Lange Brücke 6
14467 Potsdam

 
 

Potsdam – Brandenburgs Agrarminister Jörg Vogelsänger wird am kommenden Donnerstag (18. Oktober) im Rahmen eines Pilotprojekts einige tausend der insgesamt 400.000 Jungaale eigenhändig in die Havel aussetzen. Dieser Besatz wurde durch eine Spende der Initiative zur Förderung des Europäischen Aals e. V. ermöglicht. In den Aalbesatz werden in diesem Jahr insgesamt 900.000 Euro investiert. Die Maßnahme dient der Erhöhung der Aalpopulation in Brandenburgs Gewässern.

„Dank des Engagements des Landesfischereiverbands kann in Brandenburg seit 2006 ein ambitioniertes Schutzprogramm für Aale umgesetzt werden. Wissenschaftler auf der ganzen Welt rätseln zwar noch über die Ursachen des weltweiten Rückgangs der Aalbestände. Wahrscheinlich gibt es nicht den einen Grund, sondern mehrere Faktoren, die den Aalen das Leben schwer machen. Sicher ist jedenfalls, dass wir weiter kontinuierlich handeln müssen“, erklärte Minister Vogelsänger.

Besatz gilt als effektivste Maßnahme zur Wiederauffüllung des europäischen Aalbestandes. Zielstellung ist, dass mindestens 40 Prozent der ausgesetzten Aale nach ihrem 8- bis 15-jährigen Leben im Binnenwasser die Rückwanderung in die Laichgebiete antreten und erfolgreich zur Reproduktion des europäischen Aalbestands beitragen. Deshalb werden im Rahmen dieses Projektes die Jungaale in offene Gewässer mit Verbindung zur Elbe ausgesetzt.

Seit 2006 werden die Besatzmaßnahmen in Brandenburg über ein von der EU und dem Land gefördertes Pilotprojekt koordiniert. In dieser Zeit wurden rund 47 Millionen Jungaale im Wert von mehr als 10 Millionen Euro in die europäischen Flüsse entlassen.

Die am kommendem Donnerstag auszusetzenden Jungaale wurden im April an den Küsten Frankreichs als so genannte Glasaale gefangen und zum Anfüttern in eine geschlossenen Kreislaufanlage in Haren (Ems) gebracht und bis zum Aussetzen angefüttert oder vorgestreckt. Ermäglicht wird der Besatz durch den Einsatz von Fördermitteln aus dem Europäischen Meeres- und Fischereifonds (EMFF) sowie Landesmitteln. Die für diese Besatzaktion notwendigen Eigenmittel wurden durch den von der Initiative zur Förderung des Europäischen Aals e. V. errichteten Eel Stewardship Fund (ESF) bereitgestellt.

Der Name Glasaal basiert darauf, dass die Aale durchsichtig wie Glas sind und man deren Herz, Wirbelsäule und Darmtrakt mit dem bloßen Auge erkennen kann. Die in der Aal-Farm vorgestreckten Aale sind bereits pigmentiert und etwa 7 bis 12 Zentimeter lang.

Die mit der Elbe beziehungsweise der Oder verbundenen Gewässer in Brandenburg sind schon seit Millionen Jahren Teil des Lebensraums des Europäischen Aals. So wanderten früher nach Schätzungen allein in der Elbe jährlich 30 Millionen winziger Jungaale stromauf und suchten sich ihr zukünftiges Zuhause in den zahlreichen Binnengewässern. Ein im Vergleich zu den Küstengewässern üppiges Nahrungsangebot war einer der Gründe für die Wanderungen ins Inland. Das führte dazu, dass Aale auch in Brandenburg sehr zahlreich vertreten waren.

Die Gründe für den Rückgang der Aale sind sicher vielfältig und müssen weiter untersucht werden. Sicher ist, dass der natürliche Aufstieg der jungen Aale über die Elbe und andere Fließgewässer durch Stauanlagen zumindest erschwert wird und im Zuge der Schiffbarmachung von Elbe und Havel beinahe unmöglich geworden war. Weitere Faktoren sind veränderte Temperaturen und Strömungen in den Ozeanen, die Zunahme der europäischen Kormoranpopulation, der massive Export von Glasaalen nach Asien und eingeschleppte Parasiten, die die Schwimmblasen der Aale schädigen können.

Heute leben in den Binnengewässern Brandenburgs nach Schätzungen des Instituts für Binnenfischerei in Potsdam-Sacrow zwischen 30 und 40 Millionen Aale aller Altersklassen. Sie stammen nahezu alle aus Besatzmaßnahmen. Zehn bis zwanzig Jahre brauchen die Aale bis zum Erreichen der Reife. Dann beginnt für sie der lange Weg zu den Laichgründen im Atlantischen Ozean. Diese Reise ohne Wiederkehr führt sie bis vor die Küste der Bahamas in die Sargassosee.

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