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16.11.2018Es gähnt der Igel und die Fledermaus kuschelt sich ein: Winterschläfer beziehen Gärten und Keller

Zippelsförde – Am kommenden Wochenende wird sich der Winter bereits mit leichtem Frost in Bodennähe ankündigen. Spätestens dann sollten die Winterquartiere für den Igel eingerichtet sein und in Kellern und frostfreien unterirdischen Gemäuern Ruhe einkehren, damit Fledermäuse einen Schlafplatz für den Winter finden können. „Gastgeber“ können ihre Beobachtungen dem Landesamt für Umwelt melden und damit helfen, mehr über Vorkommen und Häufigkeit von Säugetieren zu erfahren.

Wie andere Wildtiere zieht es auch den nach Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützten Igel aus ländlichen Gebieten zunehmend in städtische Regionen. Viele Menschen freuen sich darüber und möchten zu Beginn des Herbstes dem stacheligen Gartenfreund gut über den Winter helfen. Und das ist auch gut so, denn vielerorts ist in den letzten Jahren ein starker Igelrückgang zu verzeichnen. Doch was kann man für die Tiere tun?

Die beste Igelhilfe ist eine naturnahe Gartengestaltung. Hier findet die dämmerungs- und nachtaktive Art Nahrung, Unterschlupf und Nistgelegenheiten. Ein igelfreundlicher Garten sollte Unterschlüpfe wie Gebüsche, dichte Hecken aus heimischen Gehölzen, Laub- und Reisighaufen, Hohlräume unter Holzstapeln, Schuppen oder Steinhaufen aufweisen. Dort baut sich der Igel dann ein warmes Nest, in dem er Winterschlaf hält und so die nahrungsarme Zeit überbrückt. Erwachsene Igelmännchen beginnen damit bereits etwa ab Ende Oktober, gefolgt von den Igelweibchen und etwas später von den Jungigeln. Bei der Gartenarbeit im Herbst deshalb bereits bestehende Igelnester nicht zerstören oder umsetzen.

Wer auf „Chemie“ im Garten verzichtet und anstelle von Kunstdünger Komposterde, Rindenmulch und Gesteinsmehl verwendet, wird nicht nur mit einem reicheren Insekten- und Bodenleben belohnt, sondern hilft ebenso vielen Säugetierarten, auch dem Igel. Denn Pflanzenschutzmittel und Unkraut-Vernichter töten Insekten als dessen wichtige Nahrungsgrundlage. Auch Schneckenkorn und Rattengift können ihm zum Verhängnis werden. Auf dem Speiseplan des leidenschaftlichen Insektenfressers stehen unter anderem Regenwürmer, Käfer, Tausendfüßer, Insektenlarven, Schnecken, Spinnen, Falter, Ameisen und Wespen. Insekten benötigen neben Nektar und Pollen heimischer Blüten auch geeignete Lebensräume, beispielsweise in Totholz oder in der Rinde alter Bäume, in Lehmwänden oder in einem Insektenhotel. Je vielfältiger die Lebensräume im Garten sind, desto größer ist der Artenreichtum an Kleinlebewesen. Vermeintliche Unkräuter wie Brennnesseln sind wichtige Futterpflanzen für die Insektenlarven.

Auf der Nahrungssuche durchstreifen Igel große Gebiete und brauchen daher freien Zugang: Ideal sind Hecken und Lattenzäune, Mauern sollten Öffnungen zum Durchschlüpfen haben. In Drahtzäunen hingegen können sich die Tiere verfangen.

Auch die insektenfressenden „Nachtschwärmer“ profitieren von einem naturnahen Garten mit hohem Insektenreichtum. Das Vorkommen von Fledermäusen ist daher ein Zeichen für eine weitgehend intakte Natur. Die fleißigen Insektenjäger dezimieren Pflaumen- und Apfelwickler, Falter, Stechmücken, Schmeißfliegen und Motten. Die insektenarme Zeit überdauern die kleinen Flugakrobaten in störungsarmen feuchten frostfreien unterirdischen Kellern und Gewölben. Auch hier kann jeder etwas tun: Offene Kellerfenster mit freiem Anflug gewähren den Tieren Einlass in den Keller und Spalten im Mauerwerk Plätze für die Überwinterung. Ruhe im Quartier ist Voraussetzung dafür, dass die Tiere nicht gestört werden und durch das Erwachen wertvolle Energie verbrauchen.

Um bessere Kenntnis über das Vorkommen des Igels und der Fledermäuse in Brandenburg zu erhalten, bittet das Landesamt für Umwelt um Mitarbeit und Meldung von Sichtbeobachtungen, Winterquartieren und/oder Totfunden mit möglichst genauer Ortsbeschreibung (Adresse oder GPS-Koordinaten):

Ansprechpartner:

Landesamt für Umwelt

Jens Teubner

Telefon: 033933/ 70 816 oder Mail: Jens.Teubner@LfU.Brandenburg.de

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Kontakt:

MLUL, Referat MB 2
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit,
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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
E-Mail an Dr. Schade