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20.12.2018Panta rhei: NaturSchutzFonds sorgt für Fischwanderungen durch die Mark Brandenburg

Forst – Für den Bau von vier Fischaufstiegsanlagen im Landkreis Spree-Neiße hat die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg dem Gewässerverband „Spree-Neiße“ Fördermittel in Höhe von mehr als einer Million Euro bereitgestellt.

Am Unterlauf der Malxe zwischen Schmogrow und Peitz sowie am Hammergraben zwischen Fehrow und Peitz werden jeweils zwei marode Wehranlagen abgerissen und neu gebaut. Mit dem Neubau erhält jedes der Wehre eine Fischaufstiegsanlage. Dadurch werden beide Gewässer auf insgesamt rund 30 Kilometern für Fische und andere Wasserlebewesen wieder passierbar.

Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde: „Die ökologische Durchgängigkeit hat für die Entwicklung dieses Gewässerabschnitts des Spreesystems eine große Bedeutung. Mit den Neubauten werden bestehende Populationen wieder vernetzt sowie die Wanderung und die Verbreitung von Fischen und anderen Wasserlebewesen gesichert. Zudem wird der regionale Biotopverbund aufgewertet.“

In Malxe und Hammergraben leben verschiedene Fischarten wie Flussbarsch, Döbel, Gründling, Aal, Hecht oder Ukelei. Auch der nach europäischem Recht besonders geschützte Bitterling kommt in der Malxe vor.

Die Fischaufstiegsanlagen, sogenannte Vertical-Slot-Pässe, werden platzsparend neben die jeweilige Wehranlage gesetzt und bestehen aus mehreren Einzelbecken, die das Gefälle der Wehranlage stufenweise abbauen. Die einzelnen Becken sind über senkrechte Schlitze miteinander verbunden. Durch die Schlitze können Fische und andere Wasserorganismen flussauf- und flussabwärts wandern. Die Becken werden so dimensioniert, dass strömungsberuhigte Ruhezonen entstehen, wo die Fische gewissermaßen Anlauf zum Aufstieg in das darauffolgende Becken nehmen können.

Mit den Maßnahmen werden die naturschutzfachlichen Zielstellungen übergeordneter Planungen und Richtlinien umgesetzt wie dem Maßnahmenprogramm Biologische Vielfalt Brandenburg oder dem Landeskonzept zur ökologischen Durchgängigkeit der Fließgewässer.

Neben dem Naturschutz haben die Neubauten ein anderes zentrales Ziel. Obwohl Wehranlagen die Verbreitung von Wasserorganismen blockieren, sind sie wichtig, um das Wasser in der Landschaft zu halten und Hochwasser abzuführen – Voraussetzung, für die Bewirtschaftung der angrenzenden Grünland- und Ackerflächen. Alle vier Wehranlagen waren mittlerweile beschädigt und in ihrer Stauhaltung nicht mehr voll funktionsfähig.

Die Gesamtkosten betragen rund 4,7 Million Euro und werden neben den Stiftungsmitteln, die aus Ersatzzahlungen der Eingriffsregelung stammen, vom Land Brandenburg aus der Gewässerrichtlinie finanziert.

Hintergrund:  Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg

Um die Vielfalt und die natürliche Schönheit der märkischen Landschaften zwischen Elbe und Oder, Lausitz und Uckermark auch für die kommenden Generationen zu bewahren, hat das Land Brandenburg die Stiftung NaturSchutzFonds Brandenburg errichtet. Seit 1995 betreut die Stiftung die Ersatzzahlungen im Land Brandenburg. Mehr als 800 Naturschutzprojekte mit einem finanziellen Umfang von rund 128 Millionen Euro hat die Stiftung in diesen Jahren gemeinsam mit Kommunen, Landkreisen, Betrieben, Verbänden und Vereinen sowie Körperschaften des öffentlichen Rechts und weiteren Partnern wie Betrieben und Privatpersonen realisiert oder in eigener Trägerschaft verwirklicht. Stiftungsmittel in Höhe von rund 59 Millionen Euro bildeten dafür ein wichtiges finanzielles Fundament. Die Stiftung ist zudem Trägerin der Naturwacht Brandenburg. Die Ranger sind in den fünfzehn brandenburgischen Großschutzgebieten auf mehr als 30 Prozent der Landesfläche aktiv. Agrar- und Umweltstaatssekretärin Carolin Schilde ist Vorsitzende des Stiftungsrates.

Die Ersatzzahlungen werden für Eingriffe in Natur und Landschaft wie zum Beispiel Bauvorhaben festgelegt und von den Vorhabenträgern geleistet. Die Zahlungen sind als zweckgebundene Abgabe an das Land zu entrichten, das die Gelder an die Stiftung weiter leitet, die sie treuhänderisch verwaltet und für die Förderung von Maßnahmen Dritter oder eigene Naturschutzprojekte einsetzt.

Wenn die Stiftung Projekte fördert oder selbst umsetzt, stellt sie sicher, dass diese Zahlungen wieder in die Kreise und Kommunen zurückfließen und dort zweckgebunden für Maßnahmen zum Natur- und Landschaftsschutz verwendet werden. Die Ersatzzahlungen werden dabei oft mit finanziellen Eigenanteilen der Projektträger sowie EU-, Bundes- oder Landesmitteln kombiniert und dadurch in ihrer Wirkung vervielfacht.

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MLUL, Referat MB 2
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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
E-Mail an Dr. Schade