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19.02.2019Winterkolloquium in Eberswalde: Die Auswirkungen des Dürrejahres 2018 auf den Wald in Brandenburg

Termin: Donnerstag, 21. Februar 2019
Zeit: 9.00 Uhr bis 15.30 Uhr
Ort: Waldcampus der
Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde
Wilhelm-Pfeil-Auditorium
Alfred-Möller-Straße 1, 16225 Eberswalde

Eberswalde – Das vergangene Jahr war auch für Brandenburg in mancherlei Hinsicht extrem: Rekord-Temperaturen, ausbleibende Niederschläge, 471 Waldbrände und extreme Sonneneinstrahlung. Der Wald zeigt bereits Reaktionen, doch die Spätfolgen werden erst noch erwartet. Das Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde (LFE) beschäftigt sich seit vielen Jahren mit diesen Themen und präsentiert am kommenden Donnerstag (21. Februar) den 180 erwarteten Teilnehmern des 14. Eberswalder Winterkolloquiums neue Erkenntnisse zu den Auswirkungen des Dürrejahrs 2018 auf den Wald.

„Die Risiken, aber auch die Chancen aus solchen Extremereignissen müssen mehr denn je von Wissenschaft und Praxis erforscht werden, um auch in Zukunft noch die gewünschten Waldfunktionen gewährleisten zu können“, erklärt Brandenburgs Forstminister Jörg Vogelsänger. „Das Eberswalder Winterkolloquium wird wichtige Impulse für die Wald- und Forstwirtschaft in Brandenburg geben können.“

Waldzustand, Wasserhaushalt und Veränderung der Standorte

Im Rahmen der forstlichen Umweltkontrolle wurden an Fallbeispielen hochauflösende Daten zu Witterung, Wachstum und Bodenwasserhaushalt erhoben, sodass Aussagen zur Grundwasserneubildung, Einschätzungen zum Wassermangel und Reaktionen des Baumwachstums in Trockenjahren möglich werden. Aus Daten der Bodenzustandserhebung entstand mit statistischen Methoden ein Modell zu aktuellen und zukünftig möglichen Standortveränderungen. Damit lassen sich Risikopotenziale für die Waldbewirtschaftung frühzeitig erkennen und Handlungsempfehlungen entwickeln.

Wiederbewaldung nach Waldbränden

Seit 15 Jahren wird die natürliche Wiederbewaldung nach einem Großbrandereignis in der Landeswaldoberförsterei Hammer untersucht. Dabei zeigt sich, dass natürliche ankommende Pionierbaumarten wie Kiefer oder Birke nach Waldbränden auf nährstoffarmen Böden einen entscheidenden Beitrag bei der Sukzession von Waldbrandflächen leisten. Sie erwiesen sich als ökologisch wertvoll und ökonomisch interessant. Im Zuge der Wiederbewaldung nach einem Waldbrand müssen diese natürlichen Prozesse künftig bewusster berücksichtigt werden.

Blühende Waldränder und Eichen aus südlichen Breiten

Untersuchungen zu Waldrändern und Gehölzinseln aus Blütenpflanzen und Straucharten zeigen durch erhöhte Insektenvielfalt auch positive Effekte auf die Stabilität von Wirtschaftswäldern. Ob man mit Forstsaatgut aus warmen und trockenen Regionen Europas den Klimaänderungen in Brandenburg begegnen kann, zeigen neue Anbauversuche mit südosteuropäischen Herkünften der heimischen Trauben-Eiche. Dabei wird erkennbar, dass der Klimawandel mehr Risiken birgt als „heiß und trocken“.

Unter Beobachtung: Hintergrund zur Forstlichen Umweltkontrolle

Das forstliche Umweltmonitoring erhebt mit Stichprobenverfahren (Level-I) sowie an ausgewählten Standorten des Intensivmonitorings (Level-II) Daten zur Vitalität der Wälder und zu Wirkungszusammenhängen in Waldökosystemen. Die Stichprobenaufnahmen zum Kronenzustand erlauben eine flächenrepräsentative Beurteilung des Zustands der brandenburgischen Wälder sowie regional differenzierte Analysen zu Effekten von Witterungsextremen.

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Dr. Jens-Uwe Schade
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Tel.: 0331/ 866 -7016
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