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28.02.2019Trafohäuschen bei Hornow erhält Plakette „Wir geben der Fledermaus ein Haus“

Hornow – Ein kleines Trafohäuschen in Hornow trägt seit heute stellvertretend für ein großes regionales Engagement und eine Vielzahl auszeichnungswürdiger Projekte die Plakette „Wir geben der Fledermaus ein Haus“. Das Brandenburger Landesamt für Umwelt vergab die Auszeichnung heute an den NABU Regionalverband Spremberg e.V., der weit über das Stadtgebiet von Spremberg hinaus für den Fledermausschutz aktiv ist und dessen Arbeit mit der heutigen Verleihung der Plakette gewürdigt wird.

Die Verbandsmitglieder des NABU Regionalverbands Spremberg e.V. haben ein eigenes Fledermausprogramm entwickelt. Unter dem Motto „Gebt der Fledermaus ein zu Hause“ konnte der Verband im Laufe der Jahre erfolgreich für Fledermäuse werben und viele anspruchsvolle Projekte umsetzen. Von allen Vorhaben ist der Trafoturm, das am besten geeignete Gebäude, um auf den Verband und sein erfolgreiches Wirken aufmerksam zu machen.

Besonders hervorzuheben ist auch die Schauanlage im Altwasserwerk Spremberg. Hier wird den Besuchern der Schutz heimischer Fledermäuse besonders anschaulich vermittelt. Unter Verwendung unterschiedlicher Baumaterialien und durch die Gestaltung diverser Kleinstrukturen entstand hier eine Vielzahl von Quartiermöglichkeiten für Fledermäuse. Der gut mit interessierten Bürgern, Behördenvertretern und Unternehmen der Region vernetzte Verband ist nicht nur in der Stadt Spremberg und umgebenden Kommunen aktiv. Sein Wirken erstreckt sich von der Spreeaue bis zum Tagebaurekultivierungsgebiet Welzow-Süd und in östlicher Richtung bis in das Gebiet des Muskauer Faltenbogens und hat vielerorts Spuren hinterlassen: Unter anderem das Fledermausquartier in der ehemaligen Friedhofshalle im Ortsteil Bühlow, das Fledermausquartier in der Friedhofshalle des Waldfriedhofs Spremberg, die Umgestaltung der Altwasserwerke Spremberg und Graustein sowie die Trafotürme Schönheide, Bloischdorf und Hornow. Weitere Projekte sind bereits in Planung.

Über 200 Fledermauskästen haben die Verbandsmitglieder in den letzten Jahren in der Region installiert. Sie achten besonders auf eine naturnahe Lebensraumgestaltung im Umfeld der einzelnen Maßnahmen, wie beispielsweise auf den Erhalt von Habitatbäumen, Streuobstwiesen, die Anlage von Wasserflächen oder Insektenhotels. Die vielen Arbeitsstunden, von der Ideenfindung über die Finanzierung bis hin zur umfangreichen Planung und Organisation des teilweise sehr schwierigen Aus- und Umbaus, erfahren durch die heutige Verleihung der Plakette eine landesweite Anerkennung.

Hintergrundinformationen

Fledermäuse sind wie kaum eine andere Tiergruppe in ihrer Wohn- und Lebensweise vom Menschen abhängig. Viele Arten suchen sich als Ersatz für felsige Gebirge oder sommerwarme Höhlen ihre Verstecke an Bauwerken in unseren Städten und Dörfern und besiedeln dort vorzugsweise Dachböden und Spaltenquartiere. Das Zusammenleben unter einem Dach ist jedoch durch Veränderungen an der Hausfassade oder Dachstühlen gefährdet.

Erfreulicherweise wächst die Zahl derjenigen, die etwas für die lebhaften Flatterwesen im eigenen Wohnumfeld unternehmen möchten. Denn es hat sich längst herumgesprochen, dass Fledermäuse weder in die Haare fliegen noch Schäden an Gebäuden verursachen, sondern als „biologische Schädlingsbekämpfer“ sogar sehr nützliche Tiere sind. So kann eine einzige Fledermaus in nur wenigen Monaten bis zu 60.000 Mücken vertilgen!

Das Engagement von Bürgern, die bestehende Quartiere beim Renovieren erhalten oder neue schaffen, möchte das Landesamt für Umwelt unterstützen und mit der Auszeichnung durch die Plakette “Wir geben der Fledermaus ein Haus” belohnen. Nachfolgender Link informiert über die gemeinsame Aktion des Umweltministeriums Brandenburg und des Landesamts für Umwelt  Brandenburg sowie über das Antragsverfahren:

https://lfu.brandenburg.de/info/fledermausschutz

Erstmals wurde die Auszeichnung 2009 für ein besonders “fledermausfreundliches Gebäude”, an das “Haus der Athleten” in Potsdam angebracht. Seither folgten 20 weitere Auszeichnungen.

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MLUL, Referat MB 2
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Dr. Jens-Uwe Schade
Pressesprecher
Tel.: 0331/ 866 -7016
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