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12.03.2019Ausnahmeregelung zur Reduzierung der Schwarzwildbestände

Oberste Jagdbehörde plant Ausnahmeregelung zur Reduzierung der Schwarzwildbestände in Kleinmachnow und Stahnsdorf

Potsdam - Die oberste Jagdbehörde des Landes Brandenburg hat Berichte bestätigt, eine Ausnahmegenehmigung vom Jagdverbot mit Pfeil und Bogen zur Reduzierung der Schwarzwildbestände in Stahnsdorf und Kleinmachnow erteilen zu wollen.

Rechtlicher Hintergrund

Diese Ausnahmegenehmigung ist nach dem Landesjagdgesetz möglich. Nachdem der zuständige Jagdpächter (Jagdausübungsberechtigter) einen Antrag bei der obersten Jagdbehörde im Agrarministerium gestellt hat, soll diese Genehmigung mit entsprechenden Auflagen erteilt werden.

Das in der Bundesrepublik bisher einmalige Vorgehen soll wissenschaftlich begleitet werden, um die tierschutzgerechte Anwendung von Pfeil und Bogen nachzuvollziehen und die Gefährdungswirkung durch die Pfeile sowie die Akzeptanz bei der Bevölkerung genauer beurteilen zu können.

Vor allem ist der Erfolg dieser Jagdmethode zu bewerten: Ist es tatsächlich erforderlich mit Pfeil und Bogen zu jagen oder reichen herkömmliche Methoden mit der Schusswaffe und mit Saufängen aus?

Modell mit wissenschaftlicher Begleitung

Um all dies beurteilen zu können, wird die Wildökologische Forschungsstelle des Landeskompetenzzentrum Forst Eberswalde diese wissenschaftliche Begleitung für das Projekt ausschreiben. Erst wenn das Vergabeverfahren abgeschlossen ist, wird der Bescheid erteilt. Weiterhin erfolgt eine Abstimmung mit den für Tierschutz zuständigen Stellen im Land. Dieser Bescheid wird zeitlich befristet sein. Er wird auch den jagenden Personenkreis einschränken, der besondere Qualifizierungen für diese Jagdmethode nachweisen muss.

Erfahrungen aus anderen Ländern

Die Jagd mit Pfeil und Bogen hat die Menschheitsgeschichte über Jahrtausende begleitet.

Moderne Jagdpfeile- und -bögen ermöglichen es inzwischen, selbst stärkstes Wild tierschutzgerecht zu töten. Dies zeigen die Erfahrungen vieler Länder in Europa und weltweit, in denen die Bogenjagd bis heute erlaubt ist. Der Jäger muss allerdings nahe an das Wild heran, da Schussdistanzen bis maximal 25 Meter zur sicheren Erlegung erforderlich sind.

Als vor vielen Jahren in das Bundesjagdgesetz das Verbot, mit Pfeil und Bogen zu jagen aufgenommen wurde, war die Bogenjagdtechnik nicht auf dem heutigen Stand und ein Verbot nachvollziehbar.

Im Bündel der Bekämpfungsmaßnahmen nicht der erste Lösungsansatz

Die Jagd mit Pfeil und Bogen bleibt auch weiterhin nur eine von mehreren Maßnahmen, um die Schäden durch Wildschweinbestände in Kleinmachnow und Stahnsdorf zu verringern. Sie ist auch nicht der erste Lösungsansatz.

Weitere Ansätze sind ein absolutes Fütterungsverbot, verbunden mit der konsequenten Ahndung von Verstößen dagegen, die Aufforderung, alle Grundstücke schwarzwildsicher einzuzäunen, Saufänge aufzustellen und verstärkt mit dem Gewehr zu jagen.

Nur wenn dies  nicht möglich ist, insbesondere in den befriedeten Bezirken wie Wohngebiete, bietet Pfeil und Bogen eine Möglichkeit weitere Wildschweine zu erlegen, ohne die dort wohnenden Menschen zu gefährden beziehungsweise zu stören.    

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Dr. Jens-Uwe Schade
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