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Naturraum Wald - Lebensraum für Tiere und Pflanzen

Blick über einen bunt gefärbten Mischwald am Ufer des Trepliner Sees.
Blick über einen bunt gefärbten Mischwald am Ufer des Trepliner Sees.
© Patrick Pleul/dpa-Zentralbild

Er filtert und speichert Wasser, reinigt die Luft, schützt den Boden und sorgt für ein ausgeglichenes Klima. Außerdem stellt der Wald ein sehr naturnahes Ökosystem dar und ist Lebensraum für viele zum Teil seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten in Brandenburg. Besondere Bedeutung kommt dem Wald im Rahmen des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 zur Sicherung der biologischen Vielfalt zu. Reichlich 40 Prozent dieser Gebietskulisse sind Wald. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung und spezielle Artenschutzmaßnahmen dienen der Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt des Waldes im besonderen Maße.

Er filtert und speichert Wasser, reinigt die Luft, schützt den Boden und sorgt für ein ausgeglichenes Klima. Außerdem stellt der Wald ein sehr naturnahes Ökosystem dar und ist Lebensraum für viele zum Teil seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten in Brandenburg. Besondere Bedeutung kommt dem Wald im Rahmen des europaweiten Schutzgebietsnetzes Natura 2000 zur Sicherung der biologischen Vielfalt zu. Reichlich 40 Prozent dieser Gebietskulisse sind Wald. Eine naturnahe Waldbewirtschaftung und spezielle Artenschutzmaßnahmen dienen der Erhaltung und Verbesserung der biologischen Vielfalt des Waldes im besonderen Maße.

  • Die Funktionen des Waldes

    Waldfunktionen stellen die Wirkungen des Waldes dar, die der Allgemeinheit zur Daseinsvorsorge dienen. Es wird zwischen Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion unterschieden. Eine entsprechende Waldbehandlung und planerische Berücksichtigung ist nur möglich, wenn die Funktionen der einzelnen Waldflächen bekannt sind.

    Die Erfassung und Kartierung der Waldfunktionen gehört zu den gesetzlichen Aufgaben der Forstbehörden und ist in Brandenburg seit 2012 per Erlass geregelt. Grundlage dafür sind die Liste der Waldfunktionen sowie die Anleitung zur "Kartierung der Waldfunktionen im Land Brandenburg".

    Um länderübergreifende Planungen und Projekte zu erleichtern, orientiert sich Brandenburg bei der Waldfunktionenkartierung am von einer bundesweiten Projektgruppe erarbeiteten "Leitfaden zur Kartierung der Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes". Dieser bietet den Rahmen für eine in ganz Deutschland relativ einheitliche Erfassung und Darstellung der Waldfunktionen.

    Die aktuelle Brandenburger Waldfunktionenkartierung erfasst 41 Einzelfunktionen. Ihre kartenmäßige Darstellung erfolgt digital und kann im Geoportal des Landesbetriebes Forst Brandenburg (LFB) abgerufen werden.

    Waldfunktionen stellen die Wirkungen des Waldes dar, die der Allgemeinheit zur Daseinsvorsorge dienen. Es wird zwischen Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktion unterschieden. Eine entsprechende Waldbehandlung und planerische Berücksichtigung ist nur möglich, wenn die Funktionen der einzelnen Waldflächen bekannt sind.

    Die Erfassung und Kartierung der Waldfunktionen gehört zu den gesetzlichen Aufgaben der Forstbehörden und ist in Brandenburg seit 2012 per Erlass geregelt. Grundlage dafür sind die Liste der Waldfunktionen sowie die Anleitung zur "Kartierung der Waldfunktionen im Land Brandenburg".

    Um länderübergreifende Planungen und Projekte zu erleichtern, orientiert sich Brandenburg bei der Waldfunktionenkartierung am von einer bundesweiten Projektgruppe erarbeiteten "Leitfaden zur Kartierung der Schutz- und Erholungsfunktionen des Waldes". Dieser bietet den Rahmen für eine in ganz Deutschland relativ einheitliche Erfassung und Darstellung der Waldfunktionen.

    Die aktuelle Brandenburger Waldfunktionenkartierung erfasst 41 Einzelfunktionen. Ihre kartenmäßige Darstellung erfolgt digital und kann im Geoportal des Landesbetriebes Forst Brandenburg (LFB) abgerufen werden.

  • Schutz- und Erholungswälder

    Schutzwald ist Wald, der zur Abwehr von Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit, zur Durchführung von Forschungen sowie zur Erhaltung schutzwürdiger Biotope, insbesondere Naturwäldern, notwendig ist. Die Schutzwaldausweisung kann auch der Schutzgebietsausweisung nach Naturschutzrecht und damit der Umsetzung der FFH-Richtlinie dienen. Eine besondere Bedeutung kommt der Sicherung eines Netzes an Naturwäldern zu, mit dem die in Brandenburg noch vorkommenden potenziell-natürlichen Waldgesellschaften repräsentiert werden.

    Erholungswald ist Wald in Ballungsräumen, in der Nähe von Städten sowie größeren Siedlungen als Teil von Gemeinden und in Erholungsgebieten um Kurorte, der zum Zwecke der Erholung besonders zu schützen, zu pflegen und zu gestalten ist.

    Schutzwald ist Wald, der zur Abwehr von Gefahren, erheblichen Nachteilen oder erheblichen Belästigungen für die Allgemeinheit, zur Durchführung von Forschungen sowie zur Erhaltung schutzwürdiger Biotope, insbesondere Naturwäldern, notwendig ist. Die Schutzwaldausweisung kann auch der Schutzgebietsausweisung nach Naturschutzrecht und damit der Umsetzung der FFH-Richtlinie dienen. Eine besondere Bedeutung kommt der Sicherung eines Netzes an Naturwäldern zu, mit dem die in Brandenburg noch vorkommenden potenziell-natürlichen Waldgesellschaften repräsentiert werden.

    Erholungswald ist Wald in Ballungsräumen, in der Nähe von Städten sowie größeren Siedlungen als Teil von Gemeinden und in Erholungsgebieten um Kurorte, der zum Zwecke der Erholung besonders zu schützen, zu pflegen und zu gestalten ist.

  • Moore als Archive der Natur

    Bereits Ende des Jahres 2004 wurde deshalb ein "Waldmoorschutzprogramm Brandenburg" unter Regie des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz in enger Zusammenarbeit u. a. mit dem Landesumweltamt Brandenburg (LUA), der Fachhochschule Eberswalde (FHS) und der Humbolt-Universität Berlin in Angriff genommen. Es sollte einerseits auf die Bedeutung und Gefährdung der Waldmoore in Brandenburg aufmerksam machen und andererseits, beginnend im Landeswald, Beispiele für die Revitalisierung bisher vernachlässigter bzw. gefährdeter Moore schaffen. Folgende Schwerpunkte beinhaltet das Moorprogramm:

    • Erfassung, Bewertung und Monitoring von Waldmooren
    • Durchführung von Waldumbaumaßnahmen im Einzugsbereich von Waldmooren
    • Planung und fachliche Betreuung von Renaturierungsprojekten mit Schwerpunkt wasserbaulicher Maßnahmen
    • Erhalt und Entwicklung der Schutzzonen um Moore und Klarwasserseen
    • Unterstützung der Waldbesitzer, Behörden und Interessierten durch Schulungen und Informationsmaterial
    • Öffentlichkeitsarbeit
    • Wissenschaftliche Begleitung

    Zur Verbesserung der Wasserzufuhr wurden, vorrangig im Landeswald, Waldumbaumaßnahmen in den oberirdischen Einzugsgebieten der Moore (Reduzierung des Bestockungsgrades, Erhöhung des Laubbaumanteils) durchgeführt. Ergänzend dazu erfolgte bei einigen Projekten die Entnahme von Nadelgehölzen (hier der oftmals vorhandene Fichtengürtel) im Randbereich der Moore sowie im Bedarfsfall eine Gehölzentnahme auf den Moorkörpern. Bei annähernd der Hälfte der bearbeiteten Moorschutzprojekte waren wasserregulierende Begleitmaßnahmen erforderlich.

    Die Notwendigkeit sich dem Moorschutz im Wald mehr den je zu widmen, ist von vielen Forstleuten und Waldbesitzern erkannt worden, so dass weitere Projekte auch im Privatwald folgen werden. Ein gelungenes Beispiel ist der Moorerlebnispfad in Menz. Hier wird der Öffentlichkeit die besondere Bedeutung und Schutzbedürftigkeit von Mooren als Wasserspeicher, Kohlenstoffsenke und Lebensraum sehr anschaulich demonstriert.

    Bereits Ende des Jahres 2004 wurde deshalb ein "Waldmoorschutzprogramm Brandenburg" unter Regie des Ministeriums für ländliche Entwicklung, Umwelt und Verbraucherschutz in enger Zusammenarbeit u. a. mit dem Landesumweltamt Brandenburg (LUA), der Fachhochschule Eberswalde (FHS) und der Humbolt-Universität Berlin in Angriff genommen. Es sollte einerseits auf die Bedeutung und Gefährdung der Waldmoore in Brandenburg aufmerksam machen und andererseits, beginnend im Landeswald, Beispiele für die Revitalisierung bisher vernachlässigter bzw. gefährdeter Moore schaffen. Folgende Schwerpunkte beinhaltet das Moorprogramm:

    • Erfassung, Bewertung und Monitoring von Waldmooren
    • Durchführung von Waldumbaumaßnahmen im Einzugsbereich von Waldmooren
    • Planung und fachliche Betreuung von Renaturierungsprojekten mit Schwerpunkt wasserbaulicher Maßnahmen
    • Erhalt und Entwicklung der Schutzzonen um Moore und Klarwasserseen
    • Unterstützung der Waldbesitzer, Behörden und Interessierten durch Schulungen und Informationsmaterial
    • Öffentlichkeitsarbeit
    • Wissenschaftliche Begleitung

    Zur Verbesserung der Wasserzufuhr wurden, vorrangig im Landeswald, Waldumbaumaßnahmen in den oberirdischen Einzugsgebieten der Moore (Reduzierung des Bestockungsgrades, Erhöhung des Laubbaumanteils) durchgeführt. Ergänzend dazu erfolgte bei einigen Projekten die Entnahme von Nadelgehölzen (hier der oftmals vorhandene Fichtengürtel) im Randbereich der Moore sowie im Bedarfsfall eine Gehölzentnahme auf den Moorkörpern. Bei annähernd der Hälfte der bearbeiteten Moorschutzprojekte waren wasserregulierende Begleitmaßnahmen erforderlich.

    Die Notwendigkeit sich dem Moorschutz im Wald mehr den je zu widmen, ist von vielen Forstleuten und Waldbesitzern erkannt worden, so dass weitere Projekte auch im Privatwald folgen werden. Ein gelungenes Beispiel ist der Moorerlebnispfad in Menz. Hier wird der Öffentlichkeit die besondere Bedeutung und Schutzbedürftigkeit von Mooren als Wasserspeicher, Kohlenstoffsenke und Lebensraum sehr anschaulich demonstriert.

  • Biologische Vielfalt in den Wäldern Nordostdeutschlands

    Durch naturnahe Waldbaustrategien und die Integration von Biodiversität fördernden Maßnahmen soll die Vielfalt der norddeutschen Wälder in den Folgejahren weiterentwickelt werden. Vorgesehene Maßnahmen sind unter anderem:

    • die Fortführung des Waldumbaus,
    • die Erhöhung des Tot- und Altholzanteils,
    • Moorschutz
    • sowie die Erhaltung forstlicher Genressourcen.

    Zur Prüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist ein Monitoring auf Basis der Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur vorgesehen. Die biologische Vielfalt (auch Biodiversität genannt), die die vernetzte Vielfalt an Lebensräumen, Arten und Genen beinhaltet, ist eine zentrale Lebensgrundlage des Menschen. Basierend auf dieser Erkenntnis wurde das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) geschaffen und auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro beschlossen. Dieses Übereinkommen ist keine reine Naturschutzkonvention, es greift die Nutzung und damit das wirtschaftliche Potenzial der natürlichen Ressourcen als wesentlichen Aspekt der Erhaltung der biologischen Vielfalt auf. 

    Für die Bundesregierung hat die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Schutz und nachhaltige Nutzung eine hohe Priorität, deshalb verabschiedete sie im November 2007 die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“. Die Umsetzung dieser Strategie soll alle gesellschaftlichen Akteure einbeziehen. In diesem Sinne beteiligte sich die Forstverwaltung Brandenburgs an der Erarbeitung des "Maßnahmenprogramm zur Biologischen Vielfalt Brandenburg".

    Durch naturnahe Waldbaustrategien und die Integration von Biodiversität fördernden Maßnahmen soll die Vielfalt der norddeutschen Wälder in den Folgejahren weiterentwickelt werden. Vorgesehene Maßnahmen sind unter anderem:

    • die Fortführung des Waldumbaus,
    • die Erhöhung des Tot- und Altholzanteils,
    • Moorschutz
    • sowie die Erhaltung forstlicher Genressourcen.

    Zur Prüfung der Wirksamkeit dieser Maßnahmen ist ein Monitoring auf Basis der Ergebnisse der dritten Bundeswaldinventur vorgesehen. Die biologische Vielfalt (auch Biodiversität genannt), die die vernetzte Vielfalt an Lebensräumen, Arten und Genen beinhaltet, ist eine zentrale Lebensgrundlage des Menschen. Basierend auf dieser Erkenntnis wurde das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) geschaffen und auf der Konferenz der Vereinten Nationen für Umwelt und Entwicklung (UNCED) 1992 in Rio de Janeiro beschlossen. Dieses Übereinkommen ist keine reine Naturschutzkonvention, es greift die Nutzung und damit das wirtschaftliche Potenzial der natürlichen Ressourcen als wesentlichen Aspekt der Erhaltung der biologischen Vielfalt auf. 

    Für die Bundesregierung hat die Erhaltung der biologischen Vielfalt durch Schutz und nachhaltige Nutzung eine hohe Priorität, deshalb verabschiedete sie im November 2007 die „Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt“. Die Umsetzung dieser Strategie soll alle gesellschaftlichen Akteure einbeziehen. In diesem Sinne beteiligte sich die Forstverwaltung Brandenburgs an der Erarbeitung des "Maßnahmenprogramm zur Biologischen Vielfalt Brandenburg".

  • Brandenburgs Wälder und ihre Gene

    Die Erhaltung forstgenetischer Ressourcen ist auf die Sicherung und nachhaltige Förderung der genetischen Vielfalt von Gehölzen als wesentliche Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit u. a. der Bäume an sich ständig verändernde Umweltbedingungen ausgerichtet. Sie ist damit eine Grundvoraussetzung für die Erhaltung und Entwicklung stabiler Waldökosysteme.

    Im Konzept zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen im Land Brandenburg (2014) werden die Grundlagen, Ziele, Methoden und Maßnahmen zur Sicherung des Genpools wichtiger Gehölzarten erläutert.

    Forstliche Genressourcen sind alle Träger genetischer Informationen von forstlich bedeutsamen Baum- und Straucharten, die sich den heimischen Standortverhältnissen angepasst haben. Je nach Flächengröße werden Generhaltungsobjekte einer Art als Generhaltungswald, Generhaltungsbestand oder Generhaltungs-Einzelvorkommen ausgewiesen. Der Gefährdungsgrad (Erhaltungsnotwendigkeit) und die genetische Bedeutung (Erhaltungswürdigkeit) sind wichtige Auswahlkriterien. Zur Sicherung werden in situ oder ex situ Maßnahmen vorgesehen.

    Zur Erhaltung In situ zählen alle Maßnahmen, die am Ort des Baum- oder Strauchvorkommens stattfinden. Die Populationen bleiben damit in ihren Waldökosystemen den dynamischen Prozessen der Evolution (Selektion, Anpassung) ausgesetzt. Der Genpool passt sich so gut wie möglich den Umweltbedingungen an und bleibt dadurch verfügbar. Im Land Brandenburg sind derzeit 1.345 Bestände beziehungsweise Baumgruppen als forstliches Generhaltungsobjekt registriert.

    Erhaltung Ex situ bedeutet, dass eine Auslagerung (Evakuierung) gefährdeter Genressourcen an einen anderen Ort erfolgt. Dabei erfolgt die Erhaltung entweder unter natürlichen Bedingungen zum Beispiel in Erhaltungsbeständen/-plantagen, in Klonarchiven (dynamisch) oder unter kontrollierten Bedingungen wie einer Saatgutlagerung in Darren (statisch). Eine ex situ-Erhaltung unter natürlichen Bedingungen kann zur Sicherung isolierter Einzelbäume und Baumgruppen, zur Erzeugung genetisch vielfältiger Nachkommenschaften, zur Verlagerung gefährdeter Genressourcen in weniger belastete Gebiete, zur Doppelsicherung sowie zur Schaffung oder Ergänzung von Biotopverbünden von Bedeutung sein. In Brandenburg gibt es derzeit Erhaltungsbestände für folgende acht Baumarten: Elsbeere, Vogel-Kirsche, Wild-Birne, Wild-Apfel, Schwarz-Pappel, Trauben-Eiche, Gemeine Esche und Zerr-Eiche.

    Genetisches Monitoring dient dazu, zeitliche und räumliche Veränderungen in der genetischen Zusammensetzung der Baumpopulationen vor dem Hintergrund der Klimaänderungen rechtzeitig zu erkennen und im Sinne der forstlichen Generhaltung zu bewerten. In einem Konzept zum Genetischen Monitoring (2008) wurden dafür bundeseinheitliche Methoden festgelegt. In das Monitoring sind forstliche Dauerbeobachtungsflächen, Naturwälder und ihre bewirtschafteten Vergleichsflächen sowie Saatgutbestände einbezogen. In Brandenburg stehen fünf Monitoring-Flächen für die Baumarten Trauben-Eiche, Rot-Buche und Gemeine Fichte unter Beobachtung.

    Die Erhaltung forstgenetischer Ressourcen ist auf die Sicherung und nachhaltige Förderung der genetischen Vielfalt von Gehölzen als wesentliche Voraussetzung für die Anpassungsfähigkeit u. a. der Bäume an sich ständig verändernde Umweltbedingungen ausgerichtet. Sie ist damit eine Grundvoraussetzung für die Erhaltung und Entwicklung stabiler Waldökosysteme.

    Im Konzept zur Erhaltung und nachhaltigen Nutzung forstlicher Genressourcen im Land Brandenburg (2014) werden die Grundlagen, Ziele, Methoden und Maßnahmen zur Sicherung des Genpools wichtiger Gehölzarten erläutert.

    Forstliche Genressourcen sind alle Träger genetischer Informationen von forstlich bedeutsamen Baum- und Straucharten, die sich den heimischen Standortverhältnissen angepasst haben. Je nach Flächengröße werden Generhaltungsobjekte einer Art als Generhaltungswald, Generhaltungsbestand oder Generhaltungs-Einzelvorkommen ausgewiesen. Der Gefährdungsgrad (Erhaltungsnotwendigkeit) und die genetische Bedeutung (Erhaltungswürdigkeit) sind wichtige Auswahlkriterien. Zur Sicherung werden in situ oder ex situ Maßnahmen vorgesehen.

    Zur Erhaltung In situ zählen alle Maßnahmen, die am Ort des Baum- oder Strauchvorkommens stattfinden. Die Populationen bleiben damit in ihren Waldökosystemen den dynamischen Prozessen der Evolution (Selektion, Anpassung) ausgesetzt. Der Genpool passt sich so gut wie möglich den Umweltbedingungen an und bleibt dadurch verfügbar. Im Land Brandenburg sind derzeit 1.345 Bestände beziehungsweise Baumgruppen als forstliches Generhaltungsobjekt registriert.

    Erhaltung Ex situ bedeutet, dass eine Auslagerung (Evakuierung) gefährdeter Genressourcen an einen anderen Ort erfolgt. Dabei erfolgt die Erhaltung entweder unter natürlichen Bedingungen zum Beispiel in Erhaltungsbeständen/-plantagen, in Klonarchiven (dynamisch) oder unter kontrollierten Bedingungen wie einer Saatgutlagerung in Darren (statisch). Eine ex situ-Erhaltung unter natürlichen Bedingungen kann zur Sicherung isolierter Einzelbäume und Baumgruppen, zur Erzeugung genetisch vielfältiger Nachkommenschaften, zur Verlagerung gefährdeter Genressourcen in weniger belastete Gebiete, zur Doppelsicherung sowie zur Schaffung oder Ergänzung von Biotopverbünden von Bedeutung sein. In Brandenburg gibt es derzeit Erhaltungsbestände für folgende acht Baumarten: Elsbeere, Vogel-Kirsche, Wild-Birne, Wild-Apfel, Schwarz-Pappel, Trauben-Eiche, Gemeine Esche und Zerr-Eiche.

    Genetisches Monitoring dient dazu, zeitliche und räumliche Veränderungen in der genetischen Zusammensetzung der Baumpopulationen vor dem Hintergrund der Klimaänderungen rechtzeitig zu erkennen und im Sinne der forstlichen Generhaltung zu bewerten. In einem Konzept zum Genetischen Monitoring (2008) wurden dafür bundeseinheitliche Methoden festgelegt. In das Monitoring sind forstliche Dauerbeobachtungsflächen, Naturwälder und ihre bewirtschafteten Vergleichsflächen sowie Saatgutbestände einbezogen. In Brandenburg stehen fünf Monitoring-Flächen für die Baumarten Trauben-Eiche, Rot-Buche und Gemeine Fichte unter Beobachtung.


Weiterführende Informationen

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Forst
 

Kontakt

Abteilung 3 - Ländliche Entwicklung, Landwirtschaft und Forsten
Abteilung:
Referat 35
Ansprechpartner:
Karin Müller
E-Mail:
karin.mueller@­mlul.brandenburg.de
Telefon:
+49 331 866-7643